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04.12.2016 - 02:03
Foto: AP

Papst Johannes Paul II. hatte Beziehung zu Frau

15.02.2016, 12:27

Papst Johannes Paul II. (1920 - 2005) hat über Jahrzehnte eine Beziehung zu einer verheirateten Frau gehabt. Das zeigt eine BBC- Dokumentation, die am Dienstag im Kulturkanal Arte gezeigt wird. Dabei stellen die Autoren klar, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass Karol Wojtyla den Zölibat gebrochen habe, berichtet die Kathpress am Montag.

Dennoch seien sich der Pontifex und die verheiratete Mutter von drei Kindern über drei Jahrzehnte auch emotional sehr nahe gewesen. Der BBC- Film wird in Großbritannien bereits am Montagabend ausgestrahlt. Die Zeitung "The Guardian" berichtete am Sonntag, der Vatikan habe sich von dem Beitrag distanziert - er enthalte demnach "mehr Rauch als Feuer".

Briefe dokumentieren Seelenverwandtschaft

Laut Dokumentation hatte der damalige Kardinal von Krakau seit Beginn der 1970er- Jahre eine intensive Beziehung zu der polnisch- amerikanischen Philosophin Anna- Teresa Tymieniecka (1923 - 2014), die bis zum Tod des Papstes am 2. April 2005 reichte. Dies war in Insiderkreisen allerdings bereits bekannt. Neu an der Dokumentation ist, dass Hunderte Briefe und Privatfotos die Seelenverwandtschaft dokumentieren.

Begonnen hat die Beziehung, als Tymieniecka dem Kardinal antrug, sein 1969 veröffentlichtes Buch "Person und Tat" ins Englische zu übersetzen. Aus dem Briefwechsel über philosophische Fragen entwickelte sich schnell eine sehr persönliche Korrespondenz. Schon bald kam es laut Dokumentation auch zu persönlichen Begegnungen, gemeinsamen Wanderungen oder Skifreizeiten.

Beziehung als Geschenk Gottes betrachtet

In der Dokumentation bleibt unklar, wie weit Wojtyla sich über die tiefen Gefühle der aus einer polnisch- französischen Adelsfamilie stammenden Frau im Klaren war. Jedenfalls habe er den Kontakt zu ihr nicht abgebrochen. Im Gegenteil: Er stand dazu und habe hervorgehoben, dass die enge Beziehung für ihn ein Geschenk Gottes sei. Noch einen Tag vor dem Tod des Papstes besuchte ihn die Philosophin im Krankenhaus.

15.02.2016, 12:27
AG/red
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