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09.12.2016 - 00:28
Die Mutter von Tasleem Solangi zeigt ein Bild ihrer Tochter, die Opfer eines Ehrenmordes wurde.
Foto: AP

Pakistan verabschiedet Gesetz gegen Ehrenmorde

06.10.2016, 20:41

Pakistan hat zwei Gesetze gegen Vergewaltigungen sowie Morde aus falsch verstandener Ehre verabschiedet. Das Parlament beschloss die jahrelang umstrittenen Gesetze zum Schutz von Frauen nach Medienberichten vom Donnerstag einstimmig. Vor allem die neue Fassung des Gesetzes zur Bestrafung von Männern, die Frauen töten, weil sie angeblich ihre Ehre verletzt haben, ist ein Erfolg für Frauenrechtler. Konservative und religiöse Kreise hatten es vehement blockiert. Aktivistinnen sehen allerdings nicht alle ihre Ziele erreicht.

Sie hatten jahrelang gegen den sogenannten Ehrenmord- Akt aus dem Jahr 2004 protestiert. Er enthielt eine Klausel aus dem islamischen Scharia- Gesetz, die Dyiat, was soviel bedeutet wie Blutgeld. Nach der Klausel konnten Eltern oder Brüder dem Täter verzeihen. Weil solche Morde zumeist innerhalb der Familie passieren, wurde den Tätern oft vergeben, der Staat konnte die Mörder dann nicht mehr bestrafen.

Samia Shahid wurde von ihrem Vater und Bruder ermordet.
Foto: AP
Noor Jehan (14) wurden von ihren Cousins angeschossen, überlebte aber.
Foto: AP

In der neuen Fassung können Verwandte des Opfers dem Täter immer noch verzeihen - aber nur, wenn gegen ihn die Todesstrafe verhängt wurde. Der Täter muss dann trotzdem noch eine zwölfeinhalbjährige Gefängnisstrafe absitzen.

Sonia Bibi (21) verweigerte eine Zwangsheirat - und starb an schweren Verbrennungen.
Foto: Copyright 2016 The Associated Press. All rights reserved.

Die Zahl solcher Morde an Frauen und Mädchen war zuletzt massiv angestiegen. Im Jahr 2010 hatte die Menschenrechtskommission in Pakistan noch 791 Fälle verzeichnet, 2014 waren es bereits 1005 Fälle. Die meisten kommen aber nie ans Licht, sagen Experten.

06.10.2016, 20:41
AG/red
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