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08.12.2016 - 11:13
Mohamed Mahmoud (li.) wurde in Wien geboren, Denis Cuspert war gebürtiger Berliner.
Foto: YouTube.com, twitter.com / Video: YouTube.com

Österreicher und Deutscher machten IS erfolgreich

12.04.2016, 09:27

"Die Deutschen und Österreicher spielen eine tragende Rolle im Islamischen Staat", ist die Wiener Nahost- Expertin Petra Ramsauer sicher. Vor allem Mohamed Mahmoud, der in Wien wegen eines Drohvideos bereits vier Jahre in Haft saß, und der Berliner Denis Cuspert sind bzw. waren dabei zentrale Figuren. Beide haben mitgeholfen, die Propagandamaschinerie der Terrormiliz aufzubauen.

Sowohl Mahmoud als auch Cuspert gerieten sehr früh im Leben auf die schiefe Bahn: Der Sohn eines ägyptischen Muslimbruders aus Wien brach mit 17 Jahren die Schule ab und ließ sich von Al- Kaida ausbilden. Danach gründete er die "Globale Islamische Medienfront" und fiel erstmals mit einem Drohvideo im Internet auf, das ihm in Österreich eine Haftstrafe von vier Jahren einbrachte.

Mohamed Mahmoud erschoss im Sommer 2015 vor laufender Kamera eine Geisel - hier eine von krone.tv bearbeitete Version dieses Propagandavideos:

Video: YouTube.com

Im Gefängnis nahm der Wiener Islamist dann Kontakt zu Denis Cuspert auf, der bis dahin eine ähnliche "Karriere" hingelegt hatte. Der Berliner wuchs vor allem in Heimen auf, wurde früh kriminell und hatte als einzigen Hoffnungsschimmer die Musik, in der er sich als Rapper namens "Deso Dogg" versuchte. Nach einem Autounfall im Jahr 2008 konvertierte er zum Islam und radikalisierte sich zusehends.

"Schonungslose Instrumentalisierung von Grausamkeit"

Im Gefängnis hatte Mahmoud inzwischen ein 300 Seiten starkes Pamphlet geschrieben, das Expertin Ramsauer in Auszügen lesen konnte. Darin skizzierte der Dschihadist, wie der Islamische Staat vor allem über das World Wide Web expandieren könne. "Unsere Waffe ist das Internet", sagte er später etwa auch zum "Spiegel". Mahmouds Strategie beinhaltet dabei eine "schonungslose Instrumentalisierung von Grausamkeit", so Ramsauer gegenüber der "Huffington Post".

Damit soll einerseits das geringe Selbstwertgefühl der IS- Anhänger angesprochen und ihnen vermitteln werden, dass sie auch zu den "Herrenmenschen" der Terrormiliz gehören könnten. Andererseits wird damit gezielt der Nachrichtenwert für Journalisten im Westen hochgetrieben. Auch wenn Medien sich entschließen würden, die Videos nicht zu zeigen, so würden sie zumindest den Inhalt beschreiben. In der Grausamkeit unterscheide sich die IS- Propaganda damit auch fundamental von Al- Kaida, so Ramsauer.

Nach Haftentlassung zum Propagandakrieger entwickelt

Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis zog Mahmoud nach Berlin, wo er sich mit Cuspert zusammentat. "Sie ergänzten sich", analysiert die Expertin. Die beiden hätten "Dschihadismus als massentaugliche Popkultur" etabliert. Diese Arbeit setzten sie dann auch fort, als sie sich ins Gebiet des Islamischen Staates absetzten. Cuspert starb allerdings 2015, und auch Mahmoud scheint in letzter Zeit weniger aktiv zu sein.

Die von ihnen aufgebaute Propagandamaschinerie des IS wird aber wohl genauso grausam weiterlaufen.

Foto: twitter.com/SITE

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