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03.12.2016 - 05:51
Schauplatz Idomeni: Wütende syrische Flüchtlinge wollen von Griechenland weiter nach Mazedonien.
Foto: APA/AFP/BULENT KILIC

Minister: "Dschihadisten von morgen" in Idomeni

11.04.2016, 12:59

Angesichts der Spannungen im Flüchtlingslager Idomeni an der mazedonischen Grenze warnt der griechische Minister für Bürgerschutz, Nikos Toskas, vor einer Radikalisierung wütender Migranten. Der Umgang der Behörden mit den Protestierenden müsse gut überlegt sein. "Was Sie heute sehen, sind die Dschihadisten von morgen", sagte Toskas am Montag dem griechischen Nachrichtensender Skai.

Damit meinte er, dass islamische Extremisten unter den verzweifelten Menschen Mitkämpfer rekrutieren könnten. Am Sonntag hatten Migranten versucht, gewaltsam den mazedonischen Grenzzaun zu überwinden , um sich den Weg nach Mitteleuropa freizukämpfen. Sie zerstörten einen Teil des Zauns und schleuderten Steine auf die mazedonischen Sicherheitskräfte.

Mehr als 300 Menschen bei Grenzsturm verletzt

Die mazedonische Polizei setzte massiv Tränengas, Blendgranaten und Gummigeschosse ein. Bei den Auseinandersetzungen seien mindestens 300 Migranten und 23 mazedonische Polizisten verletzt worden, teilten Behörden und humanitäre Organisationen mit.

Ein Flüchtling beim Zurückwerfen einer Tränengasgranate
Foto: ASSOCIATED PRESS

Helfer: "Menschen mit Lautsprecheransagen angetrieben"

Laut einem Rotkreuz- Helfer waren die Menschen nicht nur durch Flugblätter, sondern auch durch Lautsprecherdurchsagen auf Arabisch angetrieben worden. Sonntagfrüh sei die Stimmung im improvisierten Flüchtlingslager neben dem Grenzübergang "eigenartig ruhig" gewesen, schilderte der Oberösterreicher Gottfried Staufer im APA- Gespräch. "Um neun, halb zehn sind dann die ersten Meldungen eingetroffen, dass die Grenze aufgeht." Das sei an und für sich nichts Außergewöhnliches und passiere "jeden zweiten Tag", so Staufer. Kleine Gruppen von "Aktivisten" würden absichtlich Falschinformationen verbreiten, "um Unruhe zu erzeugen und die Aufmerksamkeit der Medien nicht zu verlieren".

Dann habe er jedoch "zum ersten Mal" in den zwei Wochen, die er bereits in dem Lager mit mehr als 11.000 Migranten verbringt, Lautsprecherdurchsagen auf Arabisch gehört, die vermeldete hätten, die Grenze zu Mazedonien sei offen, erzählte Staufer. "Da haben sich die Massen dann bewegt und ein paar Hundert Menschen, wenn nicht sogar 1000, sind in Richtung Grenze gestürmt. Der Lautsprecher hat die Menschen angetrieben."

Bürgermeister: "Lage auf Messers Schneide"

Die Migranten weigern sich, in die offiziellen Aufnahmelager zu gehen. Sie wollen stattdessen ihre Weiterreise nach Mitteleuropa erzwingen. Der Bürgermeister der Region um das Lager Idomeni, Christos Goudenoudis, forderte die Evakuierung des Camps bis Ende des Monats. "Die Lage steht auf Messers Schneide", sagte er gegenüber Skai. Auch am Montag versammelten sich wieder Hunderte Flüchtlinge vor dem Stacheldrahtzaun und forderten eine Öffnung der Grenze.

Europol sucht in griechischen Camps nach Dschihadisten

Die Athener Tageszeitung "Kathimerini" berichtete unterdessen, dass verdeckte Ermittler der Polizeibehörde Europol in verschiedenen Flüchtlingsunterkünften in Griechenland auf der Suche nach Dschihadisten seien. Demnach sind die Fahnder inkognito auf den Inseln Lesbos, Samos, Chios und Leros sowie am Hafen von Piräus unterwegs. Ihre Aufgabe sei es, Menschenschmuggler sowie Islamisten mit Kontakt zur Terrormiliz IS zu enttarnen. Dazu würden die Ermittler die Daten Verdächtiger mit der Europol- Datenbank in den Niederlanden abgleichen.

Ankünfte in Griechenland drastisch zurückgegangen

Wie krone.at am Sonntag bereits berichtete, ist die Zahl der Neuankünfte auf den griechischen Inseln seit Inkrafttreten des EU- Türkei- Abkommens stark zurückgegangen. Am Sonntag zählten die griechischen Behörden lediglich 18 Flüchtlinge. Am Samstag waren 162 und am Freitag 120 Menschen vom türkischen Festland auf griechische Ägäis- Inseln übergesetzt.

Nach dem Flüchtlingspakt der EU mit der Türkei sollen alle Migranten, die seit dem 20. März illegal in Griechenland eingereist sind, in die Türkei abgeschoben werden. Ausgenommen sind nur Asylsuchende, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden. Nach Schätzungen des Krisenstabes in Athen sind seit der Schließung der sogenannten Balkanroute rund 53.000 Flüchtlinge und Migranten in Griechenland gestrandet.

11.04.2016, 12:59
AG/red
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