Werbung
Willkommen
|
Aboheader_09-2016
Facebook Twitter Google Plus
01.10.2016 - 05:15
Foto: AFP

Londons erster muslimischer Bürgermeister angelobt

07.05.2016, 14:42

London hat zum ersten Mal einen muslimischen Bürgermeister gewählt. Der 45- jährige Labour- Politiker Sadiq Khan, Sohn pakistanischer Einwanderer, erhielt bei den Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien laut Angaben der Wahlbehörde von Samstagfrüh 57 Prozent der Stimmen und setzte sich mit einem Vorsprung von 13,6 Prozentpunkten klar gegen seinen konservativen Rivalen Zac Goldsmith durch. Khan wurde bereits am Nachmittag als Stadtchef vereidigt.

Bei der Wahl wurde ein Nachfolger für den populären Bürgermeister Boris Johnson gesucht, dem Ambitionen auf das Amt des Premierministers nachgesagt werden. Khan ging als klarer Favorit in die Wahl und wurde seiner Favoritenrolle voll gerecht. Damit übernimmt die Arbeiterpartei nach acht Jahren wieder das Ruder in der britischen Hauptstadt. Bei den übrigen Regional- und Kommunalwahlen in Großbritannien fuhr Labour allerdings schmerzliche Verluste ein.

Londons neuer Bürgermeister Sadiq Khan mit Ehefrau Saadiya
Foto: ASSOCIATED PRESS
Khan während seiner Vereidigung in der Southwark Kathedrale
Foto: APA/AFP/POOL/YUI MOK

Vater Busfahrer, Mutter Näherin

Khan wuchs mit sieben Geschwistern in einer Sozialwohnung im Süden Londons auf. Der Vater arbeitete als Busfahrer, die Mutter als Näherin. Der ehrgeizige junge Mann studierte Recht und wurde Menschenrechtsanwalt. 2005 wählten ihn die Bürger in seinem Heimatviertel per Direktwahl zum Abgeordneten.

Unter Premierminister Gordon Brown diente er als Verkehrsminister. Bei der obligatorischen Vereidigung zum Geheimrat im Buckingham Palace legte Khan seinen Eid nicht auf eine Bibel, sondern auf einen Koran ab. Khan ist mit einer Anwaltskollegin verheiratet und hat zwei Töchter im Teenager- Alter.

Haltlose Extremismus- Vorwürfe

Der gläubige Muslim sah sich während des Wahlkampfs mehrfach dem Vorwurf ausgesetzt, er habe Kontakte zu islamischen Extremisten. Die Anschuldigungen erwiesen sich allerdings als völlig haltlos. Sowohl sein konservativer Rivale um das Bürgermeisteramt, Zac Goldsmith, als auch Premierminister David Cameron trugen den Vorwurf gebetsmühlenhaft vor. Khan dagegen bezeichnete sich stets als "britischer Muslim" und versicherte, gegen Extremisten zu kämpfen. Gerade vor diesem Hintergrund zeigte sich Khan stolz über das Ergebnis. "London hat sich für die Hoffnung und nicht die Angst entschieden", so der Wahlsieger am Freitagabend. "Furcht macht uns nicht sicherer, sie macht uns nur schwächer", sagte er. Khan versprach, ein "Bürgermeister für alle Londoner" zu sein.

Khan für Verbleib Großbritanniens in der EU

Zudem tritt Khan für den Verbleib Großbritanniens in der EU ein. Am 23. Juni sollen die Briten bekanntlich darüber in einem Referendum entscheiden. Obwohl Khan linke Positionen vertritt, will er nach eigener Aussage "der wirtschaftsfreundlichste Bürgermeister von London" werden. Er versprach den Wählern, mehr in bezahlbare Wohnungen zu investieren und die Kosten für den Nahverkehr einzufrieren.

Khan ist Sohn pakistanischer Einwanderer.
Foto: AFP

Offiziell unterstützt er den linken Parteichef Jeremy Corbyn, er hält aber auch immer ein bisschen Distanz zu ihm. Als vor allem Politiker des linken Parteiflügels kurz vor der Wahl in eine Antisemitismus- Debatte schlitterten, sparte Khan nicht mit Kritik. Rasch verurteilte er umstrittene Äußerungen des ehemaligen Londoner Bürgermeister Ken Livingstone, Hitler habe zeitweise den Zionismus unterstützt.

Wales: EU- feindliche UKIP erstmals im Parlament

Bei den Regional- und Kommunalwahlen musste Labour ansonsten schmerzliche Verluste verkraften. Bei den Kommunalwahlen in England verlor die Partei gut zwei Dutzend Mandate, was allerdings wesentlich weniger war als erwartet. "Wir sind drangeblieben und haben vielerorts Unterstützung gewonnen", sagte Corbyn. Die EU- feindliche UKIP- Partei konnte in Wales, wo Labour mit Abstand stärkste Kraft wurde, zum ersten Mal ins Parlament einziehen.

Schottische Nationalpartei verteidigt Platz eins

Auch in England gewann die UKIP dazu. In Schottland überholten die Konservativen von Premier Davis Cameron Labour und wurden zweitstärkste Kraft hinter der linksgerichteten schottischen Nationalpartei (SNP). Deren Chefin Nicola Sturgeon feierte den dritten Wahlsieg ihrer Partei in Folge.

07.05.2016, 14:42
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum