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28.09.2016 - 10:11
Foto: APA/dpa/Herbert Knosowski, DVA, AP

"Kontrolle unserer Grenzen wird Existenzfrage"

26.04.2016, 07:21

Die neuesten Thesen des bekannten Buchautors Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab", "Der neue Tugendterror") schlagen - wie von ihm beabsichtigt - hohe Wellen: Der frühere Vorstand der deutschen Bundesbank warnt in seinem aktuellen Buch "Wunschdenken" vor offenen Grenzen und der Aufnahme weiterer Flüchtlingsmassen. Dazu publiziert er folgende Rechnung: "Aus 500.000 Asylwerbern werden in 15 Jahren 23 Millionen." Für Österreich würde das heißen: Die Zahl der Asylberechtigten könnte in nur 15 Jahren von derzeit 100.000 auf 4,6 Millionen steigen...

Leise, überlegt und bescheiden trat Bestsellerautor Thilo Sarrazin im vergangenen Spätsommer im Forum Alpbach in Tirol auf. Gegenüber der "Krone" hat er seine neueste Arbeit damals bereits angekündigt - und wie erwartet sorgt auch dieses Buch des 71- jährigen Ex- Bankvorstands für ziemlich viel Wirbel.

"Tendenz zur Fremd- und Selbsttäuschung der Politik"

Es ist eine Anklage gegen Angela Merkel, eine Anklage gegen die Willkommenspolitik - und eine Anklage der Utopie. Sarrazin prangert die "Tendenz zur Fremd- und Selbsttäuschung der Politik" an und rechnet dabei vor, wie die mitteleuropäischen Sozialsysteme unter der Belastung des Zustroms von Hunderttausenden Migranten und des Familiennachzugs zusammenbrechen könnten.

Dazu Sarrazin wörtlich: "Jede Jahrgangskohorte an Flüchtlingen und illegalen Einwanderern wächst im Verlauf von zwei Jahrzehnten durch Familiennachzug und eigene Kinder auf das Fünffache. Ein Beispiel: Ein 20- jähriger Flüchtling zieht seine Ehefrau nach, das Paar bekommt drei Kinder." Wenn man nun die Jahreszahlen addiere, käme man auf die hohe Gesamtquote, liefert Thilo Sarrazin folgende Rechenmodelle: "Nimmt ein Land 500.000 Flüchtlinge in einem Jahr auf, dann hat es in nur 15 Jahren 23 Millionen Menschen zusätzlich zu versorgen. Bei 200.000 wären es zwölf Millionen im Jahr 2030 und 22,6 Millionen im Jahr 2040."

Bis 2030 werden aus 100.000 Asylwerbern 4,6 Millionen

Denkt man jetzt an Österreich, hieße das bei etwas mehr als 100.000 Asylwerbern und Asylberechtigten, die seit 2015 betreut werden: In 15 Jahren könnte die Zahl an Zuwanderern in unserem Land auf 4,6 Millionen Menschen anwachsen.

"Das Drama um die Flüchtlinge offenbart den Gegensatz zwischen Gesinnungsethik und Verantwortungsethik schonungslos", warnt der deutsche Buchautor deshalb vor einem weiteren Versagen der Grenzkontrollen: "Die Kontrolle unserer Grenzen wird zur Existenzfrage. Auch Deutschland muss den Zuzug aus islamischen Ländern stark begrenzen."

Sarrazins umstrittenes Buch "Wunschdenken - Europa, Währung, Bildung, Einwanderung - warum Politik so häufig scheitert" erscheint im DVA- Verlag (25,70 Euro).

26.04.2016, 07:21
Richard Schmitt, krone.at
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