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04.12.2016 - 23:59
Foto: APA/dpa/Marcel Kusch

Horror- Haus: Wie viele Opfer waren es wirklich?

03.05.2016, 13:43

Das in der vorigen Woche festgenommene Paar aus der Stadt Höxter im deutschen Bundesland Nordrhein- Westfalen soll zwei Frauen getötet und weitere misshandelt haben. Wie Ermittler am Dienstag berichteten, gehört nicht nur die 41- jährige in der Vorwoche nach Misshandlungen gestorbene Frau zu den Opfern, sondern auch eine 33- Jährige, die bereits 2014 gestorben war. Die Polizei befürchtet aber noch mehr Opfer, das Gebäude werde nun "quadratzentimeterweise" abgesucht, "um zu schauen, ob man weitere Spuren findet", hieß es.

Am Montagabend wurde das Haus mit einem Zaun zum Sichtschutz umgeben, am Dienstag wurden Spürhunde auf das Gelände gebracht. Die Spurensicherung könne sich noch zwei Wochen oder länger hinziehen, hieß es.

Sichtschutzwände sollen der Polizei die Arbeit erleichtern.
Foto: APA/dpa/Marcel Kusch

Mindestens zwei Frauen tot

Das verdächtigte Paar (46 und 47 Jahre alt) hat nach Angaben der Ermittler nicht nur die 41- Jährige umgebracht, sondern auch eine zweite Frau, deren Leiche zerstückelt und im Kamin verbrannt wurde . Die 33- Jährige aus Niedersachsen sei bereits 2014 getötet worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag in Bielefeld mit. Ihre Leiche sei zunächst in der Tiefkühltruhe eingefroren worden. Dann habe das Paar die Leichenteile nach und nach verbrannt und die Asche in der Umgebung verstreut.

In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass das Paar eine 41- Jährige aus Bad Gandersheim in Niedersachsen wochenlang gefangen gehalten und misshandelt haben soll.  Die Frau habe in einem ungeheizten Raum auf dem Fußboden schlafen müssen, hieß es. Als sich ihr Zustand bedrohlich verschlechterte, versuchte das Paar, sie an ihren ursprünglichen Wohnort zurückzubringen, hatte auf dem Weg aber eine Autopanne und rief angesichts des Zustands der Frau daher die Rettung. Das Opfer kam in ein Krankenhaus, wo es den Verletzungen erlag. Die Ärzte entdeckten am Körper der Frau Spuren von Misshandlungen und schalteten die Polizei ein.

Foto: APA/dpa/Marcel Kusch

Hinweise auf weitere misshandelte Frauen

Zudem gebe es Hinweise auf weitere misshandelte Frauen, die die Bekanntschaft mit dem Paar verletzt überlebt hätten, erklärten die Ermittler. Namentlich bekannt sei eine Frau aus dem Großraum Berlin, die am Dienstag vernommen worden sei. Sie habe sich gemeldet, weil sie das als Horror- Haus bezeichnete Gehöft in den Medien wiedererkannt hatte.

Opfern büschelweise Haare ausgerissen

"Wir können auch nicht völlig ausschließen, dass möglicherweise dort auch noch eine andere Frau gestorben ist", sagte Mordkommissionsleiter Ralf Östermann. "Das waren Abgründe, die sich da auftaten." Den Opfern seien büschelweise Haare ausgerissen worden, oft seien sie ganze Nächte an Heizkörper oder in der Badewanne gefesselt gewesen. Die Aussagen hätten die Vernehmungsbeamten "ziemlich mitgenommen". Das Motiv soll eher "im Bereich der Machtausübung" gelegen haben als im sexuellen Bereich. Es gebe "Anhaltspunkte für sadistische Züge". Die Ermittler haben einen Psychiater hinzugezogen.

Foto: APA/AFP/dpa/MARCEL KUSCH

Per SMS Lebenszeichen der Opfer vorgetäuscht

Das Paar sei recht planvoll vorgegangen. So seien etwa vom Handy des 33- jährigen Opfers SMS an dessen Mutter geschickt und damit Lebenszeichen vorgetäuscht worden. Außerdem sei die Frau mit dem Hinweis "in die Niederlande/Amsterdam verzogen" beim Einwohnermeldeamt abgemeldet worden. Ihre Mutter habe erst jetzt durch einen Anruf der Polizei vom Tod ihrer Tochter erfahren.

Dating- Inserate in Deutschland und Tschechien

Die 47- jährige Verdächtige, die ursprünglich aus der rheinland- westfälischen Stadt Herford komme, habe ein Geständnis abgelegt. Sie habe erklärt, sie sei ihrem Mann hörig gewesen und von ihm ebenfalls misshandelt worden. Weitere Ermittlungsergebnisse stützten ihre Aussagen. Ihr 46- jähriger Mann, geboren in Bochum, bestreite dagegen seine Schuld. Das Paar soll Frauen mit deutschlandweit und in Tschechien geschalteten Kontaktanzeigen auf das Gehöft im Stadtteil Bosseborn in Höxter gelockt haben.

Der 46- jährige Hauptverdächtige ist einschlägig vorbestraft: Er sei bereits 1995 zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden, weil er seine damalige erste Ehefrau massiv misshandelt hatte, erklärten die Ermittler.

03.05.2016, 13:43
AG/red
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