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27.09.2016 - 17:39
Fidel Castro schreibt einen Brief (Archivbild).
Foto: APA/EPA/Cubdebate/Estudios Revolucion/HANDOUT

Fidel Castro: "Kuba braucht keine Geschenke"

28.03.2016, 16:25

Eine Woche nach dem historischen Besuch von US- Präsident Barack Obama in Havanna hat Kubas früherer Staatschef Fidel Castro deutliche Vorbehalte gegen den einstigen Erzfeind geäußert. Kuba brauche "keine Geschenke" der USA, schrieb der 89- jährige Bruder von Präsident Raul Castro in einem Brief mit dem Titel "Der Bruder Obama", der am Montag in der Staatszeitung "Granma" veröffentlicht wurde.

"Dank der Anstrengungen und der Intelligenz unseres Volkes sind wir fähig, Lebensmittel und die materiellen Reichtümer zu produzieren, die wir brauchen", schrieb der kubanische Revolutionsführer. "Wir haben keinen Bedarf, dass uns das Empire irgendwelche Geschenke macht." In dem Brief spottet Castro zudem über die "honigsüßen Worte" Obamas während seines Besuchs auf der Insel.

Der Kult um den "Maximo Lider" ist auf Kuba auch nach den ersten Zeichen der Öffnung allgegenwärtig.
Foto: AP

"Infarktrisiko" beim Lauschen von Obamas Worten

"Beim Hören der Worte des amerikanischen Präsidenten riskierte man, einen Infarkt zu erleiden", schrieb Castro. Er rief eine lange Reihe von Konfliktpunkten zwischen Kuba und den USA in Erinnerung. Obama hatte in der vergangenen Woche in Havanna dazu aufgerufen, die Konflikte des Kalten Krieges hinter sich zu lassen, und für Freiheit und Demokratie plädiert. Zugleich versicherte er, Kuba keinen Wandel aufzwingen zu wollen. "Mein bescheidener Vorschlag ist, dass er nachdenkt und nicht versucht, Theorien über die kubanische Politik auszuarbeiten", schrieb Fidel Castro nun mit Blick auf Obama.

Öffentlichkeitswirksamer Handshake zwischen Barack Obama und Raul Castro in der Hauptstadt Havanna
Foto: ASSOCIATED PRESS

Der Revolutionsführer hatte 2006 die Macht an seinen jüngeren Bruder Raul abgegeben. Seit Juli des Vorjahres ist er nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten, doch veröffentlichen die Medien regelmäßig Fotos von ihm bei Treffen mit Politikern befreundeter Länder. Die überraschende Ankündigung seines Bruders Raul zur Wiederaufnahme der Beziehungen mit den USA Ende 2014 hat Fidel Castro nie öffentlich kritisiert, allerdings hat er wiederholt sein Misstrauen gegenüber dem langjährigen Erzfeind geäußert.

28.03.2016, 16:25
AG/red
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