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07.12.2016 - 20:59
Foto: twitter.com/miriamkochdus

Essensträger für Flüchtlinge gesucht: Shitstorm

14.06.2016, 15:50

Nach dem Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft im deutschen Düsseldorf, das die dort wohnhaften Asylwerber selbst gelegt haben sollen, brandet der lokalen Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch in sozialen Medien wie Facebook ein Shitstorm entgegen. Der Grund: Die Grüne hatte online dazu aufgerufen, bei der Betreuung der Flüchtlinge zu helfen, die nach dem Brand in einer anderen Unterkunft untergebracht wurden.

Rückblick: Vergangene Woche kam es in einer als Flüchtlingsunterkunft genutzten Halle nahe der Düsseldorfer Messe zu einem Brand, der - krone.at berichtete  - von den Bewohnern der Unterkunft selbst gelegt worden sein soll. 130 Flüchtlinge waren in dem Gebäude untergebracht, nach dem Brand mussten sie in andere Quartiere in der Umgebung übersiedeln. In einem dieser Quartiere - dort sollen rund 500 Menschen leben - fehlt es nun an Personal, um die Asylwerber adäquat zu betreuen.

Essensaufzug ausgefallen, Träger gesucht

Die grüne Flüchtlingsbeauftragte wandte sich über Facebook an die Öffentlichkeit und rief Freiwillige zur Mithilfe auf: Sie sollten das Essen der Flüchtlinge in den fünften Stock tragen. In der Unterkunft sei der Essensaufzug ausgefallen, die Lage entsprechend prekär, so Koch. Doch ihre Bitte lockte nicht nur freiwillige Helfer, sondern entfachte auch einen handfesten Shitstorm. Man solle Koch abschieben, gehörte dabei einem Bericht der "Rheinischen Post"  zufolge noch zu den harmloseren Aussagen der Facebook- Nutzer.

Kochs Facebookseite mittlerweile offline

Koch reagierte sauer auf die Unmutsbekundungen, erklärte zunächst, sie sei es leid, ständig aufs Neue erklären zu müssen, dass die Flüchtlinge in den Unterkünften mitarbeiten, man für die Essensversorgung aber Personen mit Gesundheitszeugnis brauche. Koch und ihr Team begannen mit der Löschung fragwürdiger Facebook- Beiträge, leiteten strafrechtlich relevante Postings an die Polizei weiter. Geholfen hat es wenig, man zog letztlich die Notbremse: Kochs Facebookseite mit rund 2700 "Likes" war am Dienstagnachmittag gar nicht mehr auffindbar , wie sie auf Twitter auch selbst bestätigte:

Der Shitstorm kommt für Koch zu einer ungünstigen Zeit, schließlich hat die Flüchtlingsbeauftragte nach dem Großbrand vergangene Woche ohnehin mehr als genug zu tun. Sie kämpft wegen des ausgefallenen Quartiers mit überfüllten Ausweichunterkünften, sieht sich mit öffentlicher Empörung über die Asylwerber, die das Heim selbst angezündet haben sollen, konfrontiert. Zu allem Überfluss macht sich offenbar auch unter den Flüchtlingen schlechte Stimmung breit, weil einige der Brandstiftung verdächtige Asylwerber gemeinsam mit unbescholtenen Flüchtlingen untergebracht wurden.

14.06.2016, 15:50
krone.at
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