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01.09.2016 - 05:39
Foto: APA/AFP PHOTO/FRANCOIS GUILLOT, APA/AFP/DIMITAR DILKOFF

"Deutschland hat bei Sicherheit völlig versagt"

11.03.2016, 09:29

Mazedonien fühlt sich von der EU in der Flüchtlingskrise im Stich gelassen. "Wenn wir uns auf Brüssel verlassen und nicht selbst reagiert hätten, wären wir längst mit Dschihadisten überspült worden", sagte Präsident Gjorge Ivanov der "Bild"- Zeitung. Während er die Humanität von Kanzlerin Angela Merkel und ihrer Regierung lobte, teilte er auf der anderen Seite aber auch kräftig aus: "Bei der Sicherheit hat Deutschland völlig versagt."

"Ich habe verstanden, dass wir Europa egal sind", sagte der Präsident im Gespräch mit der "Bild". Dabei bezahle sein Land in der Flüchtlingskrise jetzt "die Fehler der EU". Als Nicht- EU- Land schütze Mazedonien Europa vor dem EU- Land Griechenland, das Flüchtlinge "einfach weitergeschickt" habe. Doch während die Regierung in Athen "jetzt schon wieder 700 Millionen Euro von der EU"  bekomme, gebe es für sein Land "keinen Cent".

Mazedoniens Präsident Gjorge Ivanov
Foto: APA/AFP/FRANCOIS GUILLOT

Mazedonien sei aus Sicht der EU "nichts, kein EU- Land, kein Schengen, keine NATO. Niemand will uns." Während die Türkei am Verhandlungstisch mit der EU sitze, sei Mazedonien lediglich "Teil der Speisekarte". "Wir waren schon immer Opfer der EU- Institutionen. 25 Jahre lang sind wir angelogen und manipuliert worden."

"Deutschland hat bei Sicherheit völlig versagt"

Deutschland habe in der Flüchtlingskrise in der Frage der Humanität sehr gut gehandelt, aber beim Thema Sicherheit "völlig versagt", erklärte Ivanov. So besitze sein Land Informationen über mutmaßliche Dschihadisten und habe diese Informationen mit Deutschland und Europa austauschen wollen. "Aber keiner wollte unsere Daten. Man hat uns gesagt, ihr seid ein Drittland, wir dürfen die Daten nicht austauschen."

Auch bei technischer Hilfe habe sich die deutsche Regierung verweigert: "Wir brauchten Ausrüstung für den biometrischen Datenabgleich. Deutschland hat immer alles abgelehnt." Berlin habe zudem derzeit nicht den Mut zu sagen, "was da noch alles kommen kann": "Allein zwischen dem Sudan und Ägypten warten 20 Millionen Migranten, die nach Europa wollen."

Foto: APA/AFP/Louisa Gouliamaki

Seit 2005 Beitrittskandidat

Das Westbalkanland Mazedonien ist seit 2005 EU- Beitrittskandidat. Am Mittwoch hatte es seine Grenzen für Flüchtlinge vollständig geschlossen. Die Schließung der Balkanroute durch die Länder nördlich von Griechenland  geschah auf maßgebliche Initiative Österreichs. Am Donnerstag hatte Mazedoniens Verteidigungsminister Zoran Jolevski gesagt, nach den Maßnahmen seiner Regierung zur Eindämmung der Flüchtlingsströme nach Nordeuropa hoffe man auf eine rasche Mitgliedschaft in der NATO.

Noch immer Tausende Flüchtlinge in Idomeni

Unterdessen harren an der griechisch- mazedonischen Grenze weiterhin Tausende Flüchtlinge aus, ihr Schicksal ist völlig ungewiss. Rund 800 Menschen haben das Aufnahmelager bei Idomeni inzwischen verlassen, wie Reporter vor Ort am Freitag berichteten. Dennoch waren in den Morgenstunden noch immer mehr als 12.500 Menschen dort.

Die Lage in Idomeni bleibt weiter angespannt.
Foto: AP

Die Regierung in Athen plant vorerst nicht, das Lager gewaltsam zu räumen. Die Migranten werden informiert, dass die Balkanroute endgültig geschlossen ist. Ihnen wird geraten, in organisierte Aufnahmelager südlich der Grenze sowie in den Raum Athen zu fahren. Der griechische Bürgerschutzminister Nikos Tsokas zeigte sich zuversichtlich, dass sich die Lage in Idomeni in ein bis zwei Wochen normalisieren werde. "Gewalt wollen und werden wir nicht anwenden. Das wäre unmenschlich. Mit Tränengas geht das nicht."

Tsipras: "Athen baut wöchentlich Lager für 10.000 Menschen"

Auch der Flüchtlingszustrom von den griechischen Inseln im Osten der Ägäis zum Festland dauert an. Freitagfrüh kamen rund 900 Menschen von den Inseln Lesbos und Chios in der Hafenstadt Piräus an. Athen baue trotz finanzieller Schwierigkeiten wöchentlich Aufnahmelager für 10.000 Menschen, sagte Regierungschef Alexis Tsipras am Freitag bei einem Treffen mit dem EU- Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, in Athen.

11.03.2016, 09:29
red/AG
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