Werbung
Willkommen
|
Aboheader_09-2016
Facebook Twitter Google Plus
01.10.2016 - 12:32
Guido Westerwelle während einer Rede vor der UNO-Vollversammlung im Jahr 2013
Foto: APA/AFP/TIMOTHY CLARY

D: Ex- Außenminister Guido Westerwelle (54) ist tot

18.03.2016, 18:06

Der ehemalige deutsche Außenminister Guido Westerwelle ist tot. Der frühere FDP- Vorsitzende starb am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie- Erkrankung. Dies teilte die Westerwelle Foundation in Berlin mit. Bei Westerwelle war im Juni 2014 - ein halbes Jahr nach seinem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amt - eine besonders schlimme Form von Blutkrebs diagnostiziert worden.

"Wir haben gekämpft. Wir hatten das Ziel vor Augen. Wir sind dankbar für eine unglaublich tolle gemeinsame Zeit. Die Liebe bleibt. Guido Westerwelle und Michael Mronz, Köln, den 18. März 2016", schreibt die Foundation auf ihrer Website.

Westerwelle und sein Ehemann Michael Mronz 2011 bei den Wagner-Festspielen in Bayreuth
Foto: APA/AFP/CHRISTOF STACHE

Gauck: "Er hat sich um unser Land verdient gemacht"

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck ehrte Westerwelle am Freitag in Berlin als "leidenschaftlichen politischen Menschen": "Er wird uns als ein leidenschaftlicher Demokrat und Europäer in Erinnerung bleiben. Guido Westerwelle hat sich um unser Land verdient gemacht." Westerwelle sei seine Aufgaben, "ob in seiner Partei, im Ministeramt oder zuletzt in der von ihm gegründeten Stiftung immer mit großem persönlichem Einsatz angegangen", fügte Gauck hinzu.

Bundespräsident Joachim Gauck
Foto: APA/AFP/TOBIAS SCHWARZ

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich "tief erschüttert" über den Tod ihres früheren Stellvertreters. Als damaliger Außenminister habe Westerwelle "mit Herz und Leidenschaft für Frieden und Menschenrechte gekämpft", sagte Merkel am Freitagabend am Rande des EU- Gipfels in Brüssel. "Für die liberale Bewegung, für die Politik in Deutschland und für mich persönlich ist das ein richtig trauriger Tag", so Merkel weiter.

Unterredung zwischen Bundeskanzlerin Merkel und Westerwelle im Jahr 2013 im Bundestag
Foto: APA/dpa/Michael Kappeler

Der derzeit amtierende deutsche Außenminister, Frank- Walter Steinmeier, kommentierte das Ableben des 54- Jährigen mit folgenden Worten: "Wir haben heute einen Menschen verloren, der unser Land eine ganze Generation lang als Parteivorsitzender der FDP, als Oppositionsführer und dann als Außenminister geprägt hat. Guido Westerwelle war Vollblutpolitiker. Jemand, der sich nie wegduckt und auch in schwierigen Zeiten seine Überzeugungen aufrecht vertreten hat."

Außenminister Frank-Walter Steinmeier
Foto: ASSOCIATED PRESS

FDP- Chef Christian Lindner schrieb auf Twitter: "Mir fehlen die Worte. Guido hat so gekämpft. Die Trauer ist groß."

Buch über Krebserkrankung geschrieben

Über seine Krebserkrankung hatte Westerwelle auch ein Buch ("Zwischen zwei Leben") geschrieben, das er im vergangenen Herbst vorgestellt hat. Damals gab es Hoffnung, dass er die Krebserkrankung bewältigen könnte. Im Dezember musste er sich allerdings erneut ins Krankenhaus begeben, was offiziell mit einer "Medikamentenumstellung" begründet wurde. Seither war er kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen.

Zeit seines Lebens gehörte der Anwaltssohn aus Bonn zu den Leuten, über die die Meinungen auseinandergingen: bewundert, bejubelt, verspottet, verhasst. Zu Beginn der 1980er- Jahre fiel er zum ersten Mal auf: Als im Bonner Hofgarten Hunderttausende gegen die Nachrüstung demonstrierten, stand Westerwelle mittendrin und verteilte Flugblätter - dafür. Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition 1982 war er bei der Gründung des neuen rechtsbürgerlichen FDP- Nachwuchses dabei, den Jungen Liberalen. Im Jahr darauf wurde er deren Vorsitzender - der Beginn eines Lebens fast ausschließlich für die Politik.

Guido Westerwelle jubelt nach der erfolgreichen Bundestagswahl im Jahr 2009.
Foto: ASSOCIATED PRESS

Politischer Fehler in der Stunde des Triumphs

Der politische Höhepunkt erfolgte im Jahr 2009, als seine Partei mit der CDU eine Koalition einging. Die Versprechen waren groß und die Erwartungen auch. Doch in der Stunde des Triumphs machte Westerwelle einen seiner größeren Fehler: Er übernahm nicht das Finanz- , sondern das Außenministerium. Viele nahmen ihm den Wandel zum Diplomaten nie ab. Nach eineinhalb Jahren verlor auch die eigene Partei die Geduld, Westerwelle musste FDP- Vorsitz und Vizekanzlerposten abgeben. Gezwungenermaßen konzentrierte er sich aufs Auswärtige Amt, wo er sich schließlich auch Respekt erarbeitete.

Auch Ex- CDU- Politiker Lothar Späth verstorben

Wie unterdessen am Freitag bekannt wurde, ist auch der langjährige baden- württembergischen Ministerpräsidenten Lothar Späth (CDU) verstorben. Der 78- Jährige sei nach langer Krankheit gestorben, teilte die Stuttgarter Staatskanzlei mit. Erst vor zwei Wochen hatte seine Familie öffentlich gemacht, dass er an Demenz litt und in einem Pflegeheim untergekommen war.

18.03.2016, 18:06
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum