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10.12.2016 - 07:08
Vera Lengsfeld (li.) macht Merkel indirekt für die Terroranschläge in Brüssel verantwortlich.
Foto: AP, AFP, facebook.com

CDU- Politikerin zynisch: "Lasst uns Merkel feiern"

23.03.2016, 06:07

Nach den blutigen Terroranschlägen in Brüssel am Dienstag mit mindestens 34 Toten und 230 Verletzten   sorgt eine Wortmeldung einer deutschen Ex- Politikerin für Wirbel. Vera Lengsfeld (63) teilte auf Facebook einen Artikel von krone.at mit folgendem Kommentar: "Lasst uns Angela Merkel feiern, sie hat es geschafft! Sie hat alles dafür getan, dass der Terror in Europa Fuß fassen kann." Damit gab sie der deutschen Kanzlerin indirekt die Schuld an den Anschlägen. Pikant: Lengsfeld saß bis 2005 für die Merkel- Partei im Bundestag.

Weiters stand im Eintrag: "Gelobt sei Angela Merkel, die Warmherzige, die Vorausschauende. Sie hat alles dafür getan, dass der Terror in Europa Fuß fassen kann und seine Söhne hier die eigene Zukunft von einen gestörten Welt verwirklichen können."

Foto: facebook.com

Lengsfeld bereut: "Eintrag war ein Versehen"

Mittlerweile hat die 63- jährige Lengsfeld den Eintrag wieder gelöscht und sich vom kompletten Inhalt distanziert. Sie habe lediglich einen Artikel von krone.at  auf Facebook teilen wollen, "aus Versehen" sei dabei auch der Text eines User- Kommentars auf ihrer Facebook- Seite mit verbreitet worden, sagte sie gegenüber dem "Berliner Tagesspiegel".

Die Ereignisse in Brüssel habe sie "in keiner Weise" bewerten wollen, sagte Lengsfeld weiter. Wer die Aussagen, die angeblich "nur" mitkopiert wurden, formuliert haben soll, wollte Lengsfeld nicht sagen. "Ich habe 5000 Facebook- Freunde. Ich kenne nicht jeden von ihnen. Ich erinnere mich, dass es eine Frau war."

Ein Bild aus besseren Tagen: Lengsfeld im Wahlkampf für die Bundestagswahlen 2009.
Foto: AP

"Die CDU, der ich beigetreten bin, gibt es nicht mehr"

Doch die Kritik von Lengsfeld an der Kanzlerin käme nicht überraschend. In der Vergangenheit äußerte sie sich öfters negativ zu Merkels Flüchtlingspolitik und lobte dagegen die fremdenfeindliche Pegida- Bewegung. "Die CDU, der ich beigetreten bin 1996, die gibt's nicht mehr, und zwar restlos nicht mehr", sagte sie vor einem Jahr bei einer Veranstaltung. Lengsfeld - aufgewachsen in der DDR - saß von 1990 bis 2005 im deutschen Bundestag, zunächst für die Grünen, ab 1996 für die CDU.

2005 schied sie aus dem Bundestag aus, asugerechnet in jenem Jahr, in dem Merkel Kanzlerin wurde. 2009 kandidierte Lengsfeld zum letzten Mal für den Bundestag, auf Wahlplakaten war sie im Wahlkampf sogar mit Merkel abgebildet. Inzwischen ist die hauptberuflich als Publizistin tätige Lengsfeld aber nur noch einfaches CDU- Parteimitglied.

Lengsfeld bekommt Lob und Kritik

Entsetzt über ihren Facebook- Eintrag zeigte sich die CDU- Bundesgeschäftsstelle: "Diese Äußerung ist pietätlos und völlig daneben", hieß es gegenüber dem "Tagesspiegel". Die Pegida- Bewegung fand dafür lobende Worte für Lengsfeld. Sie teilte den Facebook- Post der Ex- Bundestagsabgeordneten mit dem Kommentar: "Vera Lengsfeld bringt es auf den Punkt!"

Eigener Sohn distanziert sich von Aussagen

Lengsfelds Sohn Philipp, der seit 2013 für die Berliner CDU im Bundestag sitzt, distanzierte sich schon im Februar von den politischen Ansichten seiner Mutter. Damals schrieb der 44- Jährige auf Twitter: "Familie ist Familie, aber als MdB Lengsfeld muss und werde ich nicht jetzige Arbeit der Publizistin Lengsfeld bewerten oder interpretieren." Am Dienstag schrieb Philipp Lengsfeld auf Twitter (siehe unten), es gebe keinerlei Grund, die Kanzlerin oder die Bundesregierung mit Terror in Brüssel zu assoziieren.

23.03.2016, 06:07
fho, krone.at
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