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30.09.2016 - 22:19
Foto: APA/AFP/Belga/Nicolas Maeterlinck / Video: Ruptly.TV

Brüssel: Zwei Festgenommene wieder freigelassen

16.03.2016, 17:29

Nach dem Anti- Terror- Einsatz in Brüssel mit einem Toten haben die belgischen Behörden zwei zunächst verhaftete Männer am Mittwoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Sie seien von einem Untersuchungsrichter ohne Erhebung einer Anklage freigelassen worden, erklärte die zuständige Staatsanwaltschaft. Nach zwei Flüchtigen werde aber noch gesucht. Bei der Operation im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris waren am Dienstag im Stadtteil Forest belgische und französische Polizisten von Unbekannten beschossen worden. Dabei wurden vier Beamte verletzt und ein Verdächtiger getötet.

Die am Mittwoch freigelassenen Männer waren am Dienstagabend und in der Nacht unabhängig voneinander festgenommen worden. Ein Mann war mit einem gebrochenen Bein in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Weil sein Begleiter beim Anblick der Polizisten die Flucht ergriff, erweckte er den Verdacht der Ermittler. Der zweite Mann war bei Durchsuchungen in Forest festgenommen worden.

Ein Angreifer wurde bei Feuergefecht getötet

Dem Fernsehsender RTBF zufolge starb bei dem Einsatz am Dienstag der mit einem Sturmgewehr bewaffnete Verdächtige bei einem Schusswechsel mit der Polizei. Demnach wurde er von einem Hubschrauber aus in einem Garten entdeckt und von einem Scharfschützen "neutralisiert". Bei dem Getöteten handle sich um den 35- jährigen Algerier Mohamed Belcaid, der illegal in Brüssel gelebt habe.

Er war der Polizei und den Geheimdiensten nicht als terrorverdächtig bekannt gewesen, bei einer Hausdurchsuchung wurden allerdings eine IS- Fahne und ein Buch über Dschihadismus sichergestellt, was auf einen islamistischen Hintergrund hindeute, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit.

Auf Suche nach Verdächtigen Häuser evakuiert

"Zwei Verdächtige, die sich sehr wahrscheinlich auch in der durchsuchten Wohnung befunden haben und deren Identität noch unbekannt ist, sind geflüchtet und werden dringend gesucht", hieß es am MIttwoch. Nach Angaben der Zeitung "La Derniere Heure" handle es sich um zwei Brüder, die wegen Banditentums und Terrorismus gesucht worden seien. Im Rahmen der Fahndung wurden in Forest auch mehrere Häuser evakuiert.

Foto: AP, APA/AFP/Belga/Dirk Waem

Französische Polizisten am Einsatz beteiligt

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sagte, dass Polizeikräfte seines Landes an dem Einsatz in Brüssel beteiligt gewesen seien. Die Beamten seien am Dienstag mit großkalibrigen Waffen beschossen worden. Es habe Schießereien gegeben, bei denen drei belgische Polizisten sowie eine französische Exekutivbeamtin verletzt worden seien.

Foto: APA/AFP/Belga/Laurie Dieffembacq

Die Sicherheitskräfte konnten Kalaschnikows sicherstellen, die offenbar von den Attentätern zuvor im Keller des von der Polizei untersuchten Gebäudes zurückgelassen worden waren. Auch Magazine wurden gefunden.

Foto: APA/AFP/Belga

"Operation galt nicht Salah Abdeslam"

In welcher Art die Verdächtigen in die Anschläge von Paris verwickelt gewesen sein könnten, ist noch unklar. Aus französischen Polizeikreisen verlautete, die Aktion habe nicht dem flüchtigen Islamisten Salah Abdeslam gegolten. Der Bruder eines der Selbstmordattentäter wird seit den Pariser Anschlägen als Mittäter gesucht. "Die Operation galt nicht Salah Abdeslam, sondern dem Umfeld eines oder mehrerer der elf belgischen Beschuldigten", hieß es. Wie andere berüchtigte Islamisten war auch Abdeslam im Brüsseler Stadtteil Molenbeek aufgewachsen, der als belgische Islamistenhochburg gilt.

Foto: APA/AFP/BELGA/Dirk Waem

Am 13. November des Vorjahres hatten Islamisten bei einer Reihe koordinierter Attacken in und bei Paris insgesamt 130 Menschen getötet. Zu der schwersten Anschlagsserie in der Geschichte Frankreichs bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Einige der Attentäter lebten vor den Anschlägen in Molenbeek und waren den Sicherheitsbehörden bekannt. Nach den Attentaten wurde deshalb Kritik an der Arbeit der belgischen Ermittler laut.

16.03.2016, 17:29
red/AG
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