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25.09.2016 - 10:52
Foto: APA/Helmut Fohringer (Symbolbild)

Bleiverseuchtes Wasser: 6 Mio. US- Bürger betroffen

17.03.2016, 15:43

Der Skandal um mit Blei verseuchtem Trinkwasser in den USA weitet sich aus. Wie die Zeitung "USA Today" am Donnerstag unter Berufung auf eigene Recherchen berichtete, sind rund sechs Millionen US- Bürger in allen 50 Bundesstaaten betroffen. In etwa 2000 Wasserverteilungssystemen seien Werte gemessen worden, die über den von der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA empfohlenen Grenzwerten für Blei lägen.

Das Problem der Bleikontamination hat damit offenbar weitaus größere Dimensionen als bisher bekannt. In den vergangenen Monaten hatten die Zustände in der Stadt Flint in Michigan die Aufmerksamkeit der US- Öffentlichkeit auf das Problem gelenkt. Wegen der Verseuchung des Trinkwassers in der 100.000- Einwohner- Stadt rief Präsident Barack Obama im Jänner den Notstand in dem Bundesstaat aus. 

Bei Kindern in Flint waren deutlich erhöhte Bleiwerte festgestellt worden, viele Einwohner klagen über Hautausschlag, Erbrechen und Haarausfall. Kinder sind besonders empfindlich für die Wirkungen des Gifts. Blei kann dauerhafte Lern- und Verhaltensprobleme verursachen. Laut "USA Today" versorgen etwa 350 der landesweit von der Bleikontaminierung betroffenen Wasserversorgungssysteme auch Schulen und Kindergärten.

Bleigehalt teilweise massiv über den Grenzwerten

Die Zeitung berichtete von dem Fall einer Volksschule im Bundesstaat Maine an der Nordostküste, wo der gemessene Bleigehalt 42 Mal so hoch gewesen sei wie der EPA- Grenzwert. In einer Kindertagesstätte im Bundesstaat Pennsylvania an der Ostküste sei der Wert um das 14- Fache über der Norm gelegen.

In Flint geht die Bleikontamination auf Sparmaßnahmen zurück. Die Stadtverwaltung hatte im April 2014 damit begonnen, Wasser aus dem Flint- Fluss zur Trinkwasseraufbereitung zu nutzen. Zuvor war Trinkwasser aus Detroit bezogen worden. Laut einer Klage von Bürgerrechtlern genehmigte die Umweltbehörde des Bundesstaates den Schritt, obwohl die Kläranlage der Stadt das Flusswasser nicht entsprechend den Trinkwasservorschriften aufbereiten kann.

17.03.2016, 15:43
AG/red
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