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25.09.2016 - 10:51
Foto: APA/AFP/SANA/STRINGER

Assad muss Aufstand der engsten Getreuen fürchten

04.04.2016, 16:50

Im Bürgerkriegsland Syrien gibt es eine neue, extrem mutige und vielleicht sogar Erfolg versprechende Initiative zur Befriedung des Landes. Sie geht von wichtigen Würdenträgern der Alawiten aus, einer religiösen Sondergemeinschaft, der auch der Clan von Machthaber Bashar al- Assad angehört. Assad muss laut der Zeitung "Welt am Sonntag" neuerdings offenbar einen Aufstand seiner engsten Getreuen fürchten - auch wenn diese vom Wort "Aufstand" derzeit noch nichts wissen wollen.

Nach monatelangen gemeinsamen Recherchen der deutschen "Welt am Sonntag", des französischen "Le Figaro" und der italienischen "La Repubblica" gehen die genannten Zeitungen davon aus, dass hinter der jetztigen Friedensinitaitve für Syrien Mascheich (arabischer Plural für Scheich) und Funktionsträger der wichtigsten alawitischen Familien Syriens stehen, zudem noch aus verschiedenen Teilen des Landes. Die Gruppe selbst meint, dass bis zu 40 Prozent der in Syrien lebenden Alawiten hinter ihnen stehen würden, auch wichtige Militär- und Geheimdienstoffiziere. Überprüfen lässt sich das derzeit nicht mit letzter Sicherheit.

Syriens Machthaber Bashar al-Assad mit Soldaten
Foto: AP

Allumfassendes Friedensangebot an sunnitische Mehrheit

Sollte es aber zutreffen, käme der Initiative größte Bedeutung zu. Denn militärisch agieren die Alawiten nach den jüngsten Siegen, die das Assad- Regime mit russischer und iranischer Unterstützung errungen hat, aus einer Position der Stärke heraus. Und trotzdem machen sie ein allumfassendes Friedensangebot an die sunnitische Mehrheit des Landes - aller vergangenen Pogrome an den Alawiten zum Trotz. "Damit", so ein erfahrener westlicher Syrien- Kenner, "bauen sie ein gewaltiges politisches Kapital auf."

Präsident Assad während eines Besuchs an der Front
Foto: ASSOCIATED PRESS

Sie strecken den Sunniten die Hand entgegen und fordern eine Regierung, die auf Demokratie und grundlegenden Menschenrechten beruhen soll - ja, sie können sich in Zukunft sogar einen Sunniten als syrischen Staatspräsidenten vorstellen, vorausgesetzt, dass auch die Alawiten in der Führung des Staates repräsentiert bleiben würden.

Sofort dürfe Assad allerdings nicht abtreten, so ein wichtiger Alawiten- Scheich: "Dann wäre der Staat nicht mehr zu retten. Aber mit ihm an der Macht kann sich nichts ändern. Wir brauchen eine politische Transition unter internationaler Kontrolle, an deren Ende er abtritt." Einige geeignete Nachfolgekandidaten gäbe es durchaus.

04.04.2016, 16:50
Christian Hauenstein, Kronen Zeitung
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