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01.10.2016 - 22:36
In diesem Polizeiauto soll Abdeslam zur Anhörung vor Gericht gefahren worden sein.
Foto: APA/AFP/POLICE NATIONALE/DSK, ASSOCIATED PRESS

Abdeslam will "schnellstmöglich" nach Frankreich

24.03.2016, 14:06

Während die Suche nach weiteren Komplizen der Brüsseler Terrorzelle weitergeht, möchte der am Freitag verhaftete Paris- Attentäter Salah Abdeslam  nun doch eine Auslieferung nach Frankreich. Abdeslam wolle "so schnell wie möglich" an die französischen Behörden überstellt werden, sagte sein Anwalt Sven Mary am Donnerstag nach einer gerichtlichen Anhörung in Brüssel. Über die Anschläge in Brüssel war Abdeslam laut seinem Anwalt nicht informiert gewesen.

Allerdings dürfte Abdeslam sehr wohl enge Kontakte zu den Terrorbrüdern von Brüssel  und den anderen Verdächtigen gehabt haben. Der 26- Jährige wurde seit den Pariser Anschlägen vom November mit 130 Toten als einer der Mittäter gesucht. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter und soll drei der Attentäter zum Pariser Fußballstadion Stade de France gefahren haben. Nach Angaben der französischen Ermittler wollte er sich dort ursprünglich auch selbst in die Luft sprengen.

Sven Mary vertritt Salah Abdeslam vor Gericht.
Foto: APA/AFP/Belga/DIRK WAEM

Am vergangenen Freitag wurde der Franzose mit marokkanischen Wurzeln bei einer dramatischen Polizeiaktion im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst. Vor den Pariser Anschlägen im Vorjahr war er Anfang September zusammen mit einem der Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen, Najim Laachraoui , sowie dem mutmaßlich ebenfalls an den Pariser Anschlägen beteiligten Mohamed Belkaid an der ungarisch- österreichischen Grenze kontrolliert worden. Belkaid wurde vergangene Woche bei einem Polizeieinsatz im Brüsseler Stadtteil Forest getötet. Laut Belgiens Außenminister Didier Reynders war Abdeslam nach den Angriffen von Paris zu weiteren Anschlägen in Brüssel bereit .

Fieberhafte Suche nach zwei Verdächtigen

Zwei Tage nach den verheerenden Anschlägen in der Brüsseler Metro und am Flughafen Zaventem sucht die Polizei weiter fieberhaft nach zwei Verdächtigen, die auf Überwachungsbildern gemeinsam mit den bereits identifizierten Selbstmordattentätern zu sehen sind. Laut einem Bericht des Senders RTBF war der Metro- Attentäter ebenfalls nicht allein. Unklar sei, ob sein Begleiter bei der Explosion getötet wurde oder ob er auf der Flucht ist.

Dieser Mann gilt als Terrorverdächtiger und wird von der Polizei gesucht.
Foto: APA/AFP/BELGIAN FEDERAL POLICE/HO

Der zweite Verdächtige, nach dem gesucht wird, ist jener Mann, der auf dem Überwachungsbild vom Flughafen Zaventem mit heller Jacke und Hut zu sehen ist. Er hatte Medienberichten zufolge die größte Bombe in seinem Gepäck. Diese wurde aber nicht gezündet, der Verdächtige flüchtete noch vor den Detonationen. Die Bombe wurde am Dienstag von der belgischen Polizei kontrolliert gesprengt. Der Brüsseler Flughafen soll wegen der Spurensicherung und aufgrund zerstörter Infrastruktur bis mindestens Ostersonntag geschlossen bleiben.

Polizeieinsätze im Gange

Derzeit sind laut der Nachrichtenagentur Belga zwei Polizeieinsätze in Brüssel im Gange. Demnach haben Polizisten ein Gebiet in der Nähe des EU- Viertels gesperrt. Einem Zeugen zufolge war dort in der Früh ein Mann überprüft und sein Wagen durchsucht worden. Die Polizei sei mit vielen Kräften vor Ort, meldete Belga. Ob es einen Zusammenhang mit den Terroranschlägen vom Dienstag gibt, ist unklar.

Attentäter offenbar zweimal aus Türkei abgeschoben

Aus türkischen Regierungskreisen wurde am Donnerstag folgende brisante Information über einen der Selbstmordattentäter von Brüssel verbreitet: Offenbar war Ibrahim El Bakraoui im Vorjahr zweimal aus der Türkei abgeschoben worden. Auslöser beim ersten Mal im Juli seien Vermutungen der Polizei gewesen, dass es sich bei Bakraoui um einen Dschihadisten handle. Bakraoui habe in der Türkei selbst aber keine Straftat begangen. Die Polizei habe ihn in der südtürkischen Stadt Gaziantep aufgegriffen. "Die Polizei hat ihn unter die Lupe genommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass er ein ausländischer Kämpfer sein könnte", verlautete aus den Regierungskreisen.

Weiterreise nach Syrien verhindert

Am 11. August sei Bakraoui dann über den Flughafen von Antalya wieder eingereist, sagte ein anderer Vertreter aus Regierungskreisen. Zwei Wochen später sei er erneut abgeschoben worden. Der Grund dafür wurde nicht genannt. Die der Regierung nahestehende Zeitung "Yeni Safak" berichtete, die Polizei habe Bakraoui festgenommen, weil er nach Syrien weiterreisen wollte. Sein Bruder Khalid sei Anfang November 2014 über Istanbul in die Türkei eingereist und von den Sicherheitskräften überwacht worden, bis er das Land zehn Tage später verlassen habe. Khalid El Bakraoui verübte nach Angaben der belgischen Ermittler den Selbstmordanschlag in der Brüsseler Metro.

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krone.at/AG
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