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24.06.2017 - 02:13
Foto: thinkstockphotos.de, krone.at-Grafik (Symbolbild)

Zwei Schuldsprüche nach versuchtem Welpenraub

18.06.2013, 15:40
"Der wohl einzige Fall in der österreichischen Justizgeschichte, wo es um einen Hund geht, das Opfer aber einen Menschenbiss abbekommen hat", so der Richter, wurde am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt abgehandelt. Die kuriose Causa, bei der es unter anderem um den versuchten Raub eines Welpen ging, endete mit zwei Schuldsprüchen.

Der Vorfall spielte sich im Frühjahr in einem Ort im südlichen Niederösterreich ab. Ein 24- Jähriger verkaufte aus einem Wurf von zehn Welpen einen davon um 300 Euro an einen flüchtigen Bekannten. Bald erfuhr der junge Mann allerdings, dass es "seinem" Hund bei dem neuen Herrl nicht sonderlich gut ergehe. Der Besitzer sei mit der Erziehung des Vierbeiners maßlos überfordert gewesen, erzählte man. Angebliche Alkohol- und Drogenprobleme des Hundebesitzers seien daran schuld.

"Züchter" wollte Hund einfach mitnehmen

Also schritt der 24- Jährige auf seine Art zur Tat: Als er den Welpen samt neuem Herrl begegnete, nahm er diesem den Hund (einen Mischling zwischen American Bulldog und American Staffordshire Terrier) einfach ab, indem er dem Tier eine mitgebrachte Leine um den Hals legte und so mir nichts, dir nichts davonziehen wollte. "Ich hatte schon einen neuen Hundehalter in Kärnten gefunden, zu dem wollte ich direkt mit dem Zug fahren", rechtfertigte der 24- Jährige sein Vorgehen vor Richter Hans Barwitzius.

Streit um Welpen eskalierte

Der Hundebesitzer ließ sich das natürlich nicht gefallen und wollte den 24- Jährigen aufhalten. Der wehrte sich mit Fausthieben. Da biss der Hundebesitzer den 24- Jährigen in den Arm. Dieser wiederum soll den Halter gewürgt haben, um den Welpen "entführen" zu können. Der Hundebesitzer rief die Polizei, die Anzeige erstattete.

Urteil: Versuchter Raub

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wertete das Verhalten des 24- Jährigen als versuchten räuberischen Diebstahl beziehungsweise versuchten Raub des Hundes. Dafür wurde der junge Mann nicht rechtskräftig zu 15 Monaten unbedingter Haft verurteilt. Sein Freund, der ihm bei dem Vorfall zu Hilfe kam, fasste ebenfalls eine Strafe aus: 360 Euro plus fünf Monate bedingte Haft, weil er dem Hundebesitzer mit dem Umbringen gedroht und ihn gerempelt hatte.

18.06.2013, 15:40
AG/red
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