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23.07.2017 - 04:02
Foto: Al Ma'wa

Wildtierschutzzentrum Al Ma’wa für gerettete Tiere

05.10.2016, 10:01

Sieben Löwen, zwei Tiger und ein Braunbär wurden in den vergangenen Tagen in einem aufwändigen Transfer in ihr neues, artgemäßes Zuhause transferiert: das Wildtierschutzzentrum Al Ma’wa nahe Amman. Neun Gehege der höchsten Standards wurden errichtet und stellen den Tieren Wiesen, Wald, Bäume und Badeteiche zur Verfügung. Das gesamte Zentrum wird außerdem in einer weiteren Bauphase auf 140 Hektar ausgebaut. Damit gibt es kein anderes Wildtierschutzzentrum vergleichbarer Größe in der Region.

"Wir freuen uns sehr, dass mit dem Einzug der ersten Tiere nun der Startschuss für dieses großartige Kooperationsprojekt gefallen ist", sagt Heli Dungler, Präsident und Gründer der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten", der den Transfer und die Eröffnung begleitet hat. "Wir haben mit der Princess Alia Foundation seit Jahren einen starken Partner hier in der Region und freuen uns, dass wir mit dem Aufbau des Al Ma’Wa Wildlife Reserve nun noch mehr Tieren in Not helfen können."

Tierschutz und Aufklärungsarbeit

Das neue Schutzzentrum ist Teil der Organisation Al Ma’wa for Nature and Wildlife, die von den "Vier Pfoten" und der jordanischen Princess Alia Foundation ins Leben gerufen wurde. Hauptaufgabe ist neben dem Schutz der missbrauchten und geretteten Wildtiere auch Aufklärungsarbeit zur Problematik des Wildtierhandels in Jordanien. Unterstützung für das Projekt kam außerdem vom Abu Dhabi Fund for Development (ADFD) und der Foundation 30 Millions d’Amis.

"Eine logistische Herausforderung"

"Es war eine riesige logistische Herausforderung, so viele Wildtiere gleichzeitig zu transferieren, aber glücklicher Weise sind alle gut in ihren neuen Gehegen angekommen und erholen sich jetzt erst einmal von dem langen Transport", berichtet Amir Khalil, Projektleiter bei den "Vier Pfoten".

Sichere Auffangstation für wilde Tiere

Die Tiere waren zuvor im Al Ma’wa New Hope Centre untergebracht, das ebenfalls Teil der Organisation Al Ma’wa for Nature and Wildlife ist. Es bietet Tieren, die aus furchtbaren Haltungsbedingungen gerettet werden konnten, eine sichere Auffangstation. Gerade größere Wildtiere wie Großkatzen und Bären, die nach einem Leben in menschlicher Obhut nicht mehr in die Wildnis entlassen werden können, brauchen viel Platz und artgemäße Gehegestrukturen, um ihre natürlichen Instinkte ausleben zu können.

Berührende Einzelschicksale

Alle Erstbewohner des Schutzzentrums haben eine berührende Geschichte, stammen teilweise aus illegaler Privathaltung, wurden in Zoos als Besucherattraktion missbraucht und fristeten ihr Dasein vor ihrer Rettung in winzigen Gehegen ohne angemessene Nahrung oder medizinische Versorgung. Bär "Balou" ist dafür ein trauriges Beispiel: Er wurde von Zoo zu Zoo weitergegeben bevor er schließlich gerettet und ins Al Ma’wa New Hope Centre gebracht werden konnte. Dort traute er sich lange nur in der Nacht aus seinem Innengehege heraus.

05.10.2016, 10:01
red
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