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22.09.2017 - 14:10
Foto: thinkstockphotos.de

Virus droht Indiens Tigerpopulation auszulöschen

14.01.2014, 11:38
Die Viruserkrankung Staupe bedroht Indiens Tiger. Vier Großkatzen seien bereits daran verendet, so die indischen Behörden - sie fürchten eine Epidemie, die schon andere Tierbestände beinahe auslöschte. Besonders gefährlich: Staupe ist eine typische Erkrankung von Hunden, und diese kommen aufgrund der ständig wachsenden Bevölkerung Indiens immer näher an die Tigerreservate heran.

Mindestens vier Tiger und zahlreiche andere Tiere im nördlichen und östlichen Teil Indiens seien der Staupe bereits zum Opfer gefallen, berichtet Rajesh Gopal von der Regierungsbehörde zum Schutz der Tiger gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Während Staupe - ein den Masern verwandter Virus - bei Hunden meist einen milden Verlauf nimmt, ist sie für zahlreiche andere Fleischfresser wie Tiger, Löwen oder Leoparden tödlich. Für Indiens ohnehin stark gefährdete Tigerpopulation könnte der Virus daher das Todesurteil bedeuten.

Große Impfaktion für Hunde?

Die Behörde will nun zuerst herausfinden, wie viele Tiger bereits von Staupe dahingerafft wurden - jedes tote Tier werde ab sofort auf den Virus hin untersucht, so Gopal. Zudem überlege man eine groß angelegte Impfaktion bei Hunden. "Wir können natürlich nicht jeden Hund impfen. Aber selbst 50 Prozent der Hunde in den Zonen rund um Schutzgebiete würden helfen", so Gopal. Für die Großkatzen gebe es nämlich keine Impfung. Wer die Hundeimpfungen bezahlen soll und wie sie durchgeführt werden könnten, ist aber offenbar noch unklar.

Wissenschaftler sind ob der Staupe- Todesfälle unter den Tigern alarmiert. Die daran verendeten Tiere seien "ziemlich weit voneinander entfernt" gefunden worden, sagte etwa A.K. Sharma vom Indischen Veterinärmedizinischen Forschungsinstitut. Zudem sei der letzte von Staupe getötete Tiger in einer Gegend gefunden worden, in der es gar keine Hunde gebe. "Es scheint, als breite sich das Virus aus", so Sharma.

Staupe löschte schon Tausende Tiere aus

Mindestens vier von Staupe getötete Tiger habe man bisher identifiziert, so Sharma: zwei Junge in einem Zoo sowie zwei wild lebende Tiere. Experten vermuten aber, dass die Dunkelziffer viel höher liegt - vor allem, da die wild lebenden Tiger selten beobachtet werden.

Nun ist die Angst groß, dass der Virus die ganze Population dahinraffen könnte. Schließlich löschte Staupe in den späten 1970ern fast den gesamten Bestand des Schwarzfußiltis in den USA aus, 1994 wurde mindestens ein Drittel der 3.000 Löwen im Serengeti- Nationalpark davon getötet - Hunde von Touristen hatten den Virus eingeschleppt.

Hälfte der verbliebenen Tiger lebt in Indien

Die Maßnahmen aus Südafrika zum Schutz der Löwen - es wurden gewaltige Quarantäne- Areale geschaffen - könne man in Indien jedenfalls nicht anwenden, so Ullas Karanth von der Wildlife Conservation Society. Dafür würden schlicht zu viele Menschen im Land leben. Man könne nur versuchen, die Dimension des Problems zu erfassen und damit umzugehen. Wichtiger sei ohnehin, durch die Armut der Bevölkerung verursachte Bedrohungen wie Wilderei und die Zerstörung des Lebensraums der Tiger anzugehen.

In den 1990ern lebten etwa 5.000 bis 7.000 Tiger in Indien, heute sind es - auf 50 Prozent der Fläche - nur noch gut 3.200. Das ist mehr als die Hälfte der weltweit verbliebenen Population.

14.01.2014, 11:38
bge
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