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06.12.2016 - 08:31
Foto: Vier Pfoten/Hazir Reka

"Vier Pfoten" wollen Albaniens Braunbären helfen

25.03.2016, 09:33

Während die illegale Privathaltung von Bären im Kosovo bereits vor drei Jahren beendet werden konnte, leidet im Nachbarland Albanien noch immer eine große Zahl an Bären unter grausamen Bedingungen. Ihre Situation könnte sich bald bessern: Am vergangenen Wochenende unterschieben der "Vier Pfoten"- Gründer Heli Dungler und Lefter Koka, Umweltminister von Albanien, eine Absichtserklärung.

Gemeinsam wird man an einer nachhaltigen und tierschutzgerechten Lösung für die vor allem für Profit- und Unterhaltungszwecke missbrauchten Braunbären arbeiten. "In Albanien fristen noch immer schätzungsweise bis zu 80 Bären ein Leben in Gefangenschaft" sagt Heli Dungler, Gründer und Präsident der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten".

Foto: Vier Pfoten/Hazir Reka

Privathaltung von Bären soll ein Ende finden

"Wir freuen uns, dass wir der albanischen Regierung nun unsere Unterstützung und langjährige Erfahrung anbieten können und hoffen, dass wir mit vereinten Kräften die Situation der Bären im Land verbessern. Unser langfristiges gemeinsames Ziel ist die vollständige Beendigung der grausamen Privathaltung von Bären, wie wir sie im Kosovo erreichen konnten."

Tiere illegal als Jungtiere gefangen
Die tierquälerischen Praktiken sind jedoch nicht das einzige Problem: Fast alle privat gehaltenen Bären in Albanien wurden illegal in der Wildnis als Jungtiere eingefangen. Dadurch ist auch die wild lebende Population, die sich derzeit nur mehr auf rund 250 Tiere beläuft, stark gefährdet.

Tatsächliche Zahl gefangener Bären unbekannt

Der wild lebende Braunbär ist in Albanien bereits gesetzlich geschützt, doch werden Vergehen meist nicht oder nur mit sehr geringen Geldstrafen geahndet. Weiterhin gibt es keine offiziellen Angaben über die tatsächliche Zahl der Bären in Gefangenschaft, und es mangelt an artgemäßen Unterbringungsmöglichkeiten für Wildtiere aus schlechter Haltung.

Strafvollzug soll verschärft werden

In einem ersten Schritt soll daher der Strafvollzug verschärft, ein Registrierungssystem für Braunbären in Gefangenschaft und ein Konzept für ein Bärenrettungszentrum erarbeitet werden. Zudem soll das bereits bestehende Gesetz zum Schutz der heimischen Fauna um ein Verbot aller Formen der grausamen Privathaltung ergänzt werden.

"Tierquälerei hat in Albanien keinen Platz"

Lefter Koka, Umweltminister von Albanien, erklärt dazu: "Zuerst wollen wir uns auf die grausamsten Fälle konzentrieren. Es gibt viele Bären, die als Touristenattraktion missbraucht werden, zum Beispiel in kleinen Käfigen neben Restaurants, an Stränden oder bei Sehenswürdigkeiten. Wir wollen das Image Albaniens als verantwortungsvolle Tourismusdestination stärken, in der Tierquälerei keinen legitimen Platz hat."

Tiere leben meist an Ketten und sind "Fotorequisiten"

Die meisten privatgehaltenen Bären werden für Profit- und Unterhaltungszwecke eingesetzt: In Käfigen oder an Ketten vegetieren sie in der Nähe von Restaurants und Hotels oder in Hinterhöfen zum Privatvergnügen vor sich hin, oder sie müssen - besonders in den Sommermonaten an Stränden und in Fußgängerzonen als "Fotorequisiten" für Touristen  herhalten. Die Bären werden dabei häufig sogar mit Ketten an der Nase fixiert, um leichter von ihren Besitzern kontrolliert werden zu können.

Noch mehr Bären können gerettet werden

Die Absichtserklärung wurde im Rahmen eines Events im "Vier Pfoten"- Bärenwald Prishtina in Kosovo unterzeichnet. Gefeiert wurde unter anderem die Grundsteinlegung für ein neues Gehege im Bärenwald sowie die Erweiterung der übrigen Bärenareale. Die Tierschutzorganisation schafft somit die Möglichkeit, weitere Bären aus schlechten Bedingungen zu retten - auch Tiere aus Albanien könnten im Bärenwald Prishtina ein neues und artgemäßes Zuhause finden.

Ausbau des Bärenwaldes in Prishtina

Derzeit leben 16 Bären im Bärenwald Pristhtina auf einer Fläche von insgesamt fünf Hektar. In der kommenden dritte Bauphase werden einerseits die bereits bestehenden Gehege vergrößert,  aber auch ein weiteres großes Gehege geschaffen. Darüber hinaus werden die bestehenden Gehege mit zusätzlichen Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bären ausgestattet und ein neues Besucher- und Bildungszentrum soll helfen, das öffentliche Bewusstsein für Tierschutz- Thematiken und Artenschutz weiter zu fördern.

Erfolg im Kosovo soll wiederholt werden

Kosovo stellte sich als echtes "best practice” Beispiel heraus: Mit vereinten Kräften der Regierung und von den "Vier Pfoten" konnte eine nationale Lösung zur Beendigung der illegalen Privathaltung von Bären umgesetzt werden. Alle beteiligten Partner werden hart daran arbeiten, einen ähnlichen Erfolg im Nachbarland Albanien zu erzielen.

25.03.2016, 09:33
red
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