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09.12.2016 - 08:23
Foto: Vier Pfoten/Tibor Rauch

"Vier Pfoten" starten Streunerkatzen- Infotour

22.06.2016, 09:36

Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" wird in den nächsten Wochen mit der Kampagne "Alles Katze!" in den Bundesländern unterwegs sein. Ziel ist es, die Bevölkerung über Probleme rund um streunende Katzen in Österreich sowie über die gesetzliche Kastrationspflicht so genannter Freigängerkatzen aufzuklären.

Auch gängige Ängste und Vorurteile rund ums Thema sollen angesprochen werden. Dabei wird es Treffen mit Behörden, Informationsveranstaltungen sowie Fangaktionen mit Tierheimen und anderen Tierschutz- Einrichtungen geben. Den Auftakt der Tour macht am Mittwoch Wien: Beim renommierten Euro- Kongress der Federation of European Companion Animal Veterinary Associations (FECAVA), der Vereinigung der Europäischen Heimtiermediziner- Verbände, werden die "Vier Pfoten" die "Alles Katze!"- Kampagne präsentieren. Danach werden die Tierschützer mit ihrem "Katzenmobil" die restlichen Bundesländer bereisen.

Foto: Vier Pfoten/Tibor Rauch

Für Freigänger herrscht Kastrationspflicht

"Die Gesetzesänderung im Tierschutzrecht ist ein guter Anlass für unsere Tour", so Kampagnenleiterin Martina Pluda von den "Vier Pfoten". Seit 1. April müssen alle Katzen mit Freigang, also auch die zuvor explizit ausgenommenen Katzen in bäuerlicher Haltung, kastriert werden. "Denn leider gibt es um das Thema Kastration viele Mythen, die nicht stimmen, sich aber hartnäckig halten. Zum Beispiel das Gerücht, dass eine kastrierte Katze keine Mäuse mehr fängt, was ein Unsinn ist."

Tötungen sollen vermieden werden

Laut der Organisation ist das Kastrieren von Katzen aus verschiedenen Gründen wichtig. So können zunächst Tötungen vermieden werden. Pluda: "Leider kommt es noch immer vor, dass vor allem in ländlichen Gebieten unerwünschter Katzennachwuchs getötet wird - auch wenn sich Gott sei Dank vieles verändert hat in den letzten Jahren."

Fast 13.000 Nachkommen pro Katzenpaar

Ein einziges Katzenpaar kann, bedingt durch das Schneeballsystem, theoretisch nach fünf Jahren bereits 12.680 Nachkommen zeugen. Denn Katzen sind bereits mit vier bis fünf Monaten geschlechtsreif, sie können jeweils mindestens drei Kätzchen zur Welt bringen. Mit einer wachsenden Größe von Streunerkatzen- Kolonien steigt aber natürlich auch die Gefahr der Ausbreitung von Krankheiten, Parasiten und Seuchen. "All das können wir durch Kastration verhindern", sagt Pluda.

Kastration als sinnvollste Maßnahme

"Wichtig ist es, Verantwortung für seine Tiere zu übernehmen." Denn Seuchen sind nicht nur für streunende Katzen, sondern auch für Hauskatzen mit Zugang zum Freien ein Risiko. Die jahrelange Erfahrung zeigt: Die einzig nachhaltige und tiergerechte Methode, das Wachstum von Streunerkatzen- Kolonien zu bremsen, ist die Kastration sowohl von männlichen als auch weiblichen Streunern und freilaufenden Hauskatzen.

"Übersiedlung in Tierheime ist keine Lösung"

Die Tiere werden mit Lebendfallen eingefangen, in Narkose gelegt, kastriert, medizinisch versorgt, mit einem Chip gekennzeichnet und registriert und anschließend in ihrem angestammten Revier wieder freigelassen. Pluda: "Eine Übersiedlung der Streunerkatzen in die ohnehin permanent überlasteten Tierheime ist keine Lösung. Die an die Freiheit gewöhnten Tiere in Gehege einzusperren, würde enormes Leid verursachen."

Erfolgreiches Streunerkatzen- Projekt in Wien

In Österreich haben die "Vier Pfoten" 2013 mit der Stadt Wien ein erfolgreiches Streunerkatzen- Projekt gestartet. Denn auch in Wien steigt die Population an, wenn auch viele Tiere ursprünglich ausgesetzte Hauskatzen sind. "Dank der gemeinsamen Initiative mit der Stadt Wien können wir dem Trend aber entgegenwirken und  haben seit 2013 bereits über 1400 Tiere versorgt", berichtet Martina Pluda.

Vernetzung mit Behörden wichtig

Mit der "Alles Katze!" Tour sollen die Erfahrungen nun bundesweit geteilt werden, vor allem das beim Fangen der Tiere  gesammelte Knowhow . Gleichzeitig wollen sich die "Vier Pfoten" um Verständnis für die Kastrationspflicht bemühen und helfen, gängige Vorurteile und auch Ängste abzubauen. Dabei setzen die Tierschützer auf die Zusammenarbeit mit den Behörden. "Es ist uns wichtig, hier vernetzt zu arbeiten", sagt Pluda. Tierschutzombudsleute der Länder sowie einzelne Landesräte haben sich bereits bereiterklärt, die Kampagne zu unterstützen und etwa Infomaterial wie Folder und Poster an die Gemeinden zu verteilen.

Mehr Informationen zur Kampagne finden Sie unter vier- pfoten.at/alles- katze .

22.06.2016, 09:36
red
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