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11.12.2016 - 01:28
Das Tierärzteteam von der "Vier Pfoten" hilft im indischen Chennai.
Foto: Four Paws l 2015

"Vier Pfoten" leisten Indiens Tieren Erste Hilfe

26.02.2015, 09:57
Ein Tierärzteteam der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" ist letzte Woche in die indische Hafenstadt Chennai an der Ostküste Südindiens gereist, um dort in Kooperation mit der indischen Tierschutzorganisation "Blue Cross of India" verletzte und kranke Streunerhunde sowie andere notleidende Tiere zu verarzten, zu kastrieren und zu impfen. Der Zustand der Tiere sei zum Teil schockierend, so die Tierschützer.

Das "Vier Pfoten"- Team behandelt im Tierheim von "Blue Cross of India"  zwei Wochen lang kostenlos Tiere, die von der Stadtverwaltung oder Privatpersonen gebracht werden. Die Tierärzte der Partnerorganisation kastrieren und versorgen seit Jahren Hunderte Streunerhunde im Monat. Doch es gibt weit mehr tierische Patienten als Tierärzte. Jeden Tag kommen Lkw- Ladungen mit Hunden und anderen Tieren im Tierheim von "Blue Cross of India" an.

Patienten vom Affen bis zu Kuh

Das bedeutet Arbeit von früh morgens bis spät abends für die Tierärzte. Auf dem Operationstisch der "Vier Pfoten"- Teamleiterin Anca Tomescu liegen täglich Dutzende Hunde, die sie kastriert und impft, zudem zahlreiche Notfälle. Ob Vogel, Affe, Kuh, Schlange, Hund oder Katze - die engagierte Tierärztin nimmt jeden Patienten und jede Herausforderung an, um Leben zu retten.

Zu viele Tierärzte für wenige Tiere

"Indische Tierärzte sind sehr gut, aber sie können die riesige Anzahl an leidenden Tieren nicht alleine bewältigen", erklärt Tomescu. "Ich bin sehr froh darüber, dass wir 'Blue Cross of India' unterstützen können. Indien ist für mich ein zweites Zuhause. Hier kann ich meinen Beruf als Tierärztin praktizieren. Ich kann nicht in Worte fassen, wie glücklich ich mich fühle, wenn ich das Leben eines Tieres gerettet habe."

Hündin "Darling" mit gebrochenem Kiefer

Am Mittwoch wurde dem Ärzteteam eine misshandelte junge Hündin ins Tierheim gebracht. Jemand hatte ihr den Kiefer gebrochen. In einer mehrstündigen Operation fixierten Dr. Tomescu und ihr Team den Kiefer der Hündin, der sie den Namen "Darling" gaben. Da eine orthopädische Maske für eine solche Verletzung fehlte, konstruierten die Tierärzte kurzerhand eine passende Schutzmaske für Darling.

Schwanzwedeln trotz schlimmer Schmerzen

Die Hündin hat die Operation gut überstanden und ist auf dem Weg der Besserung. Dr. Tomescu: "Es berührt mich sehr, eine verängstigte Hündin wie Darling zu sehen, die, obwohl sie schlimme Schmerzen hat, nach ein paar Streicheleinheiten freundlich mit dem Schwanz wedelt." Tomescu hofft nun sehr, dass Darling bald ein liebevolles Zuhause findet.

Trächtige Kuh mit 25 Kilogramm Müll im Bauch

Kurz darauf dann eine neue riesengroße Herausforderung: eine trächtige, völlig geschwächte Kuh, die kaum mehr laufen konnte. In einer ebenfalls mehrstündigen und sehr anstrengenden Notoperation holten Tierärzte von den "Vier Pfoten" und "Blue Cross" mehr als 25 Kilogramm Plastikflaschen, Drähte und Plastiktüten aus ihrem Magen.

Vierbeiner befindet sich in einem kritischen Zustand

"Ich bin total erschöpft, als hätte ich einen ganzen Tag lang Sport gemacht. Unglaublich, dass so viel Müll auf einmal in die arme Kuh passt", so Dr. Tomescu. "Der Anblick eines solchen Müllbergs sollte alle Menschen sensibilisieren, die achtlos Müll auf die Straße werfen, vor allem in einem Land wie Indien, wo Kühe frei herumlaufen." Ob die Tierärzte das Leben der Kuh retten konnten, wird sich erst in den nächsten Tagen herausstellen.

26.02.2015, 09:57
red
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