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21.01.2017 - 21:50

"Vermehrung von Listenhunden ist verantwortungslos"

06.09.2012, 09:55
Nicht wenige Hundehalter kommen früher oder später auf die Idee, ihre geliebte Hündin "wenigstens einmal" werfen zu lassen. Dass es dann aber gar nicht so einfach ist, die Hundekinder an gute Plätze zu vermitteln, merken die meisten erst, wenn Kraft, Geld und Platz langsam ausgehen. Besonders schwierig wird es, wenn es sich bei den Welpen um Listenhunde handelt.

"So lieb und unkompliziert diese Rassen sein können – sie sind bei dieser Gesetzeslage und der immer wieder aufflammenden Medienhetze derzeit nicht zu verkaufen oder zu vermitteln", so Gaby Bachmayer vom Tierheim Dechanthof. "Leider sehen wir beim Durchklicken diverser Internetplattformen immer wieder, wie der Handel mit Hundewelpen floriert."

Für die jungen Vierbeiner gute Plätze zu finden, ist eine große Verantwortung. Wer ihr nicht gerecht werden und die Welpen nicht schnell genug vermitteln kann, wendet sich in seiner Verzweiflung dann oft an das nächstgelegene Tierheim.

Sogenannte "Kampfhunde" kaum vermittelbar

"Kürzlich wurden wir auf ein Inserat besonders aufmerksam, in dem Pitbull‐Welpen angeboten wurden. Aufgrund der bestehenden Gesetzeslage gilt diese Rasse als 'Kampfhund' – deshalb sind auch die Pitbulls bei uns im Tierheim quasi nicht zu vermitteln", erzählt Bachmayer. Es stellte sich wenig später heraus, dass die Inserentin in zehn Wochen nur zwei Welpen vermitteln konnte und verzweifelt war. "Zwar entwickeln sich die Hündchen prächtig, sind gesund und munter und werden immer aktiver, trotzdem interessiert sich niemand für den Wurf."

"Vermehrung dieser Rassen ist verantwortungslos"

Das Team vom Dechanthof konnte nur noch nachträgliche Aufklärungsarbeit leisten: "Wir haben die Frau natürlich darauf hingewiesen, dass die Vermehrung dieser Rassen schlicht und einfach verantwortungslos ist. Darüber hinaus haben wir von der Besitzerin des Muttertieres dessen umgehende Kastration gefordert, der sie auch sofort zustimmte", berichtet Bachmayer.

Nur dank des Einsatzes der Tierschützer konnte für alle Pitbull- Welpen ein guter Platz gefunden werden. Viele ihrer Artgenossen haben weniger Glück und werden - oft aus der Platz- und Geldnot heraus - an den erstbesten Interessenten abgegeben.

Endstation Tierheim für unverkaufte Welpen

Gelingt auch das nicht, landen die unverkäuflichen Würfe im Tierheim. "Erst vorige Woche wurde ein Wurf Stafford‐Welpen vor dem Tierheim in Bruck abgestellt. Sie konnten wohl nicht wie erhofft als kleiner Nebenverdienst verkauft werden", seufzt Bachmayer. Das große Geld lässt sich mit Listenhund- Welpen schon lange nicht mehr verdienen - meist muss man sogar mit finanziellen Einbußen rechnen.

Wer einem der Stafford- Malamute- Mischlinge (Bilder) einen Lebensplatz anbieten möchte, kann sich an das Tierheim Bruck/Leitha unter tsvtierheimbruk@aon.at  oder Tel.: 0650/711 63 12 wenden.

06.09.2012, 09:55
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