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05.12.2016 - 15:56
Foto: Vier Pfoten/Volodymyr Shuvayev

Ukrainische Bärinnen aus schlechter Haltung geholt

03.07.2015, 08:58
Noteinsatz für die Bärenexperten der internationalen Tierschutzorganisation "Vier Pfoten": In Belogorodka nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew sahen zwei Braunbären aus illegaler Privathaltung einem üblen Schicksal entgegen. Der Besitzer konnte die rund zehn Jahre alten Tiere nicht mehr versorgen und hielt sie in winzigen Käfigen auf der Ladefläche eines alten Lkw.

Als das hiesige Umweltministerium von dem Fall erfuhr, bat es die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" offiziell um Hilfe. Die Tiere sollten so rasch wie möglich von den Experten übernommen werden, da der Besitzer mit Kampfbärenstationen in Kontakt getreten war und bereits konkrete Übernahmeangebote kursierten. In einer solchen Station wären die Bären in Folge für illegale und tierquälerische Jagdmethoden missbraucht worden.

Foto: Vier Pfoten/Volodymyr Shuvayev

Tiere in Bärenstation gebracht

Innerhalb nur weniger Tage organisierte das "Vier Pfoten"- Team die Abholung der beiden Bären und die Überstellung in die nahe gelegene Bärenstation Nadiya in Zhytomyr. Dort wurden in Windeseile ein bestehendes Gehege für sie umgebaut und der Bau eines zusätzlichen Eingewöhnungsareals für "Julia" und "Zoya" in Auftrag gegeben.

Julia und Zoya sicher vor Missbrauch

"Vier Pfoten"- Bärenexperte Carsten Hertwig ist erleichtert, dass die beiden Tiere nun in Sicherheit sind: "Es freut uns, dass wir Julia und Zoya vor einem Leben in einer Kampfbärenstation bewahren konnten. Hier in Nadiya lebt bereits eine Bärin, die jahrelang als Köder für die Ausbildung von Jagdhunden missbraucht wurde. 2013 konnten wir Masha in einer riskanten Aktion befreien und nach Zhytomyr überführen."

Halter zeigte sich kooperativ

Der Halter von Julia und Zoya zeigte sich bei der Übernahme kooperativ und ist erleichtert, die Tiere abgeben zu können. Woher die Bären stammen, ist unklar. Einer der Bären dürfte aus einem russischen Wanderzirkus, der andere direkt aus der Wildnis stammen. Der Besitzer selbst war früher Tiertrainer in einem Zirkus.

Tiere weisen Verletzungen auf

Hertwig: "Julia und Zoya haben beide Narben und Wunden im Gesicht, vermutlich von den Käfigstangen, und zeigen starke Verhaltensauffälligkeiten. Außerdem haben wir Grund zu der Annahme, dass Zoyas Sehvermögen beeinträchtigt ist." Die Bärinnen haben den Transfer in die Bärenstation gut überstanden und wurden vorerst getrennt voneinander untergebracht. Zu dem Gehege, das die Bärinnen künftig bewohnen werden, gehört jedoch nur eine Innenbox, was die Unterbringung der Tiere erschwert. Zoya wurde vorläufig in der Innenbox untergebracht, während sich Julia im Außenbereich aufhält.

Bärinnen derzeit getrennt untergebracht

Hertwig: "Zoya ist eindeutig die Schüchternere von beiden und ist deshalb in der Innenbox gut aufgehoben. Julia hingegen hat gleich nach dem Transfer das Außengehege erkundet und sich dann in die Höhle, die zu dem Gehege gehört, zurückgezogen. Wir hoffen, dass das Eingewöhnungsareal den Neustart für beide Bären erleichtern wird." Sobald das Eingewöhnungsareal fertiggestellt ist, kann mit dem professionellen Bärenmanagement begonnen werden.

"Wir fordern strengeren Gesetzesvollzug"

Die grausamen Kämpfe mit Hunden in den Bärenkampfstationen blieben Julia und Zoya erspart, doch viele ihrer Artgenossen leben in der Ukraine immer noch unter sehr schlechten Haltungsbedingungen. Hertwig: "Dutzende Braunbären werden als Touristenattraktion nahe Restaurants oder als Köder für die Jagdhundeabrichtung missbraucht. Wir konnten zwar mit dem Kampfbären- Verbot, das erst vor Kurzem vom ukrainischen Parlament verabschiedet wurde, einen großen Erfolg erzielen. Wir sind aber weiterhin auf die Hilfe der Regierung angewiesen und fordern einen strengen Vollzug des neuen Gesetzes. Nur so können wir auch die rund 20 verbliebenen Kampfbären befreien."

03.07.2015, 08:58
AG/red
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