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05.12.2016 - 20:06
Foto: dap/Boris Roessler

Tötung männlicher Küken soll bald Geschichte sein

15.04.2016, 14:31

Mit dem gemeinsamen Projekt "Haushuhn und Gockelhahn" haben die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und Ja! Natürlich einer Branchenlösung für Bio- Eier den Weg bereitet: In Zukunft dürfen Eier nur dann als "Bio" verkauft werden, wenn auch die männlichen Küken aufgezogen werden. Entsprechende Gespräche zwischen Brütereien, Bio- Eierproduzenten und Lebensmittel- Einzelhandel in Österreich stehen kurz vor dem Abschluss.

Bis heute werden männliche Küken von Legehennen unmittelbar nach dem Schlupf getötet, da sie bei der Eierproduktion nicht gebraucht werden. Die "Vier Pfoten"  und Ja! Natürlich starteten bereits 2013 ihr Pilotprojekt, das zeigte, dass eine Lösung dieses ethischen Problems sehr wohl möglich ist. Alleine im Jahr 2014 wurden in Österreich insgesamt 9,4 Millionen männliche Küken getötet.

Grüne fordert Klarstellung des Gesetzes

Die Grüne Abgeordnete Christiane Brunner brachte nun einen Entschließungsantrag im Nationalrat ein, dem Parlament eine Gesetzesvorlage zuzuleiten, die klarstellt, dass die Vermeidung wirtschaftlicher Nachteile keinen vernünftigen Tötungsgrund im Sinne des §6 des Tierschutzgesetzes darstellt. Damit wäre das Ermorden der männlichen Küken illegal, denn in §6 (1) des Tierschutzgesetzes wird ausgeführt: "Es ist verboten, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten."

"Geld nicht wichtiger als Interessen der Tiere"

"Dieses ökonomische Interesse kann nicht schwerer wiegen, als das schutzwürdige Interesse des Tieres an seiner Unversehrtheit und seinem Wohlbefinden und ist daher nicht ausreichend, um als 'vernünftiger Grund' im Sinne des Tierschutzgesetzes gewertet zu werten", so Brunner. "Diese Praxis ist darüber hinaus auch nicht vereinbar mit dem als Staatsziel verankertem Tierschutz, aus dem eine Mitveranwortung des Menschen für die in seiner Obhut befindlichen Lebewesen abgeleitet werden muss."

Appell an den Konsumenten

"Krone"- Tierexpertin Maggie Entenfellner sieht auch die Konsumenten in der Verantwortung: "Für den Bauern würde das Aufziehen der männlichen Küken Mehrkosten bedeuten. Es ist also unumgänglich, dass wir alle dazu bereit sind, für Eier und Fleisch mehr Geld auszugeben und auch mehr über unsere verschwenderischen Konsumgewohnheiten nachzudenken!"

15.04.2016, 14:31
red
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