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03.12.2016 - 22:16
Foto: Vier Pfoten

Tausende Schafe sterben bei ihrer letzten Reise

09.06.2015, 07:59
Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hat den qualvollen Tod Tausender Schafe während eines Langstreckentransports aufgedeckt. Nach einer Fahrt per Lkw wurden 13.000 Schafe im Hafen Midia in Rumänien auf ein Schiff mit dem Bestimmungsland Jordanien verladen. Laut jordanischen Medien starben rund 5.200 Schafe auf dem Schiff nach acht Tagen ohne Futter und Wasser. Der Leiter eines rumänischen Bauernverbands habe den "Vier Pfoten" mitgeteilt, dass die Zahl der toten Tiere sich sogar auf 11.000 beläuft, so der Verein in einer Aussendung.

Die "Vier Pfoten" haben herausgefunden, dass einige Schafe krank oder tot waren und keinen Chip am Ohr trugen, während sie noch im Lkw am Hafentor standen. Nach den Recherchen der Tierschützer gehören die toten Schafe Holder Trade, einer Firma mit Sitz in Rumänien, die 12.000 Schafe und 4.000 Rinder jährlich nach Westeuropa, Afrika und in den Mittleren Osten exportiert und einen jährlichen Umsatz von sechs Millionen Euro verzeichnet.

Videos zeigen Tiere ohne Ohrchips

Die Tierschutzorganisation besitzt darüber hinaus angeblich Videomaterial, das tote und kranke Tiere ohne Ohrchip in einem Fahrzeug von Holder Trade zeigt, das am Tor des Hafens Midia an der rumänischen Schwarzmeerküste stand. Nach dem Gesetz müsste jedes Nutztier kurz nach der Geburt einen Ohrchip erhalten, damit seine Herkunft nachgewiesen werden kann.

Schafe kamen völlig erschöpft am Hafen an

"Wir haben herausgefunden, dass dieses Unternehmen Tiere aus dem ganzen Land für den Export einsammelt, sodass sie schon völlig erschöpft am Hafen ankommen", sagt "Vier Pfoten"- Campaigner Gabriel Paun. "Bei unserer Ankunft waren die meisten Tiere bereits auf dem Schiff, aber die, die wir im Lkw gefilmt haben, durften wohl nicht nach Jordanien einreisen und mussten zunächst Hafen am bleiben – Zielort unbekannt. Dass die Schafe keine Ohrchips trugen, ist illegal."

Behörden verlangen die Entsorgung toter Tiere

Dieser Vorfall ereignete sich wenige Wochen, nachdem das jordanische Landwirtschaftsministerium ein achtmonatiges Einfuhrverbot für Nutztiere aus Rumänien aufgehoben hatte, nachdem dort im Jahr 2014 über einen Ausbruch der Blauzungenkrankheit berichtet worden war. Nun forderten die jordanischen Behörden, dass das Schiff die toten Tiere entsorgt, bevor sie den gesunden die Einreise nach Jordanien genehmigen.

Firmen kippen Kadaver oft einfach ins Meer

"Eine widerliche, aber gängige Praxis bei den Transportunternehmen ist es, die Tiere einfach ins Meer zu kippen. Sie können Krankheiten verbreiten und dem marinen Ökosystem schaden. Schon oft wurden tote Nutztiere von den Wellen an den Strand gespült. Im April erhielten wir die Information von einer toten Kuh, die am Strand von Tel Aviv lag, nachdem 32 Kühe während eines Transports von Rumänien nach Israel gestorben waren", so Gabriel Paun.

Zahl von Langstreckentransporten gestiegen

Nach EU- Recht beziehen sich Langstreckentransporte auf Reisen, die länger als acht Stunden dauern. In Anbetracht der durchschnittlichen Größe eines europäischen Staates ist ein Transport, der länger als acht Stunden dauert, in den meisten Fällen schon ein internationaler Transport. Die Zahl an Langstreckentransporten explodierte in den letzten Jahren aufgrund der Nachfrage verschiedener Märkte nach billigem Frischfleisch. Aufgrund seiner strategisch günstigen geographischen Lage als Verkehrsknotenpunkt und mit Zugang zum Meer, "sammelt" Rumänien Nutztiere aus Osteuropa und exportiert sie nach Westeuropa, Afrika, Asien und in den Mittleren Osten.

"Allerschlimmste Qualen"

"Viele Geschäftsleute begreifen nicht, dass es sich hier um lebende Tiere und nicht um Ware handelt. Da immer wieder Tiere bei Langstreckentransporten sterben, ist es völlig klar, dass diese alles andere als angenehm sind. Es geht hier um allerschlimmste Qualen, die ein empfindsames Wesen aushalten muss. Wie streng auch immer die Regeln sein mögen, Massensterben wie in diesem Fall kommen immer häufiger vor. Europäische Staaten sollten Fleisch exportieren und keine lebenden Tiere. Dieser Fall Tausender armer Tieren, die qualvoll starben, muss genauer untersucht werden. Die Wahrheit muss ans Licht kommen und die Verbrecher müssen hart bestraft werden", sagt Gabriel Paun.

Tierschützern fordern Ende der Transporte

Die "Vier Pfoten" fordern das Ende der Langstreckentransporte und rufen europäische Produzenten dazu auf, Verbrauchern Fleisch von Tieren anzubieten, die in einem Land geboren, gehalten und geschlachtet wurden. Informationen über die Region(en), in der das Tier geboren, gehalten und geschlachtet wurde, sollten laut Tierschützern außerdem deutlich auf dem Label stehen - dies soll zu einer signifikanter Reduzierung der Transportzeiten führen.

09.06.2015, 07:59
red
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