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24.06.2017 - 09:21
Foto: "Vier Pfoten"

Studie alarmiert: Löwen bald vom Aussterben bedroht

07.02.2013, 13:09
Eine aktuelle Studie der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina hat Alarmierendes zutage gebracht: Die afrikanische Löwenpopulation ist in den vergangenen 50 Jahren von fast 100.000 auf 35.000 Tiere gesunken. Der König der Tiere könnte damit bald als gefährdete Art gelten. Schuld daran ist neben der voranschreitenden Zerstörung des Lebensraums die Trophäenjagd auf Afrikas größte Raubkatzen.

Das Reiseziel Südafrika boomt. Nicht nur für Naturliebhaber, auch für Jäger ist es ein Paradies. Abertausende Jagdtouristen aus Europa und den USA reisen jedes Jahr in die Region - statt Fotos bringen sie ein Löwenfell als Souvenir mit nach Hause. Und die Nachfrage nach Löwen- Trophäen steigt stetig an.

Da sich die Nachfrage nicht nur mit wildlebenden Tieren decken lässt, blüht der Handel mit Löwen in Südafrika. Geschätzte 5.000 Löwen leben in rund 160 südafrikanischen Zuchtfarmen, ihr Leidensweg beginnt bereits drei Tage nach der Geburt: Die Züchter trennen sie von der Mutter, ziehen sie per Hand auf und vermieten die Jungtiere dann als Touristenattraktion.

Vom Streichelzoo zum Abschuss

Sind sie dem Streichelalter entwachsen, werden sie in Zuchtprogramme aufgenommen und kommen auf die Abschussliste. Sie werden in enge Gehege gepfercht und über das Internet betuchten Trophäenjägern aus der ganzen Welt zum Abschuss angeboten. "Die Löwen werden für den Abschuss in ein umzäuntes Revier gebracht. Viele zeigen keine Scheu vor Menschen und laufen den Trophäenjägern förmlich vor die Flinte", sagt Thomas Pietsch, Wildtierexperte der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten". "Manche werden außerdem mit Medikamenten ruhiggestellt und mit Ködern angelockt, damit sich die Trophäenjäger noch nicht einmal anstrengen müssen, um sie zu töten."

Jeder darf einen Löwen schießen

Auf Löwenjagd kann in Südafrika jeder gehen – ein Jagdschein oder nachgewiesene Jagderfahrung sind nicht nötig. "Männliche Löwen kosten je nach Alter, Größe und körperlichen Merkmalen wie der Mähnenfärbung von 10.000 bis 25.000 Euro oder mehr, Weibchen sind schon für 3.000 Euro zu haben", so Pietsch. Die "Vier Pfoten" kämpfen seit Jahren international für ein Ende der Jagd auf in Gefangenschaft aufgezogene Löwen und betreiben seit 2008 im südafrikanischen Bethlehem den "Lionsrock", ein Refugium für Großkatzen aus schlechter Haltung.

Trophäenjagd mancherorts bereits verboten

Kenia, Botswana und Sambia haben bereits Konsequenzen aus dem drastischen Rückgang der Löwenpopulation gezogen und sich für ein Verbot der Trophäenjagd auf Großkatzen entschieden. "Wir fordern die südafrikanische Regierung auf, dieser Entscheidung zu folgen und den blutigen Sport sofort zu verbieten", so Thomas Pietsch. "Denn die Gatterjagd ist nicht nur aus Tierschutzsicht fatal. Sie trägt zum Boom des Jagdtourismus bei und befördert so auch die Nachfrage nach wildlebenden Löwen – mit negativen Folgen für den Artenschutz: In Gefangenschaft aufgezogene Löwen können nicht mehr ausgewildert werden."

07.02.2013, 13:09
red
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