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23.01.2017 - 12:07

Singvögel finden kaum noch Wildnis für Nester vor

29.03.2013, 14:43
Trotz anhaltender Kälte und Schnee – die zunehmende Tageslänge signalisiert den Singvögeln, einen geeigneten Nistplatz zu finden. Sichere Verstecke für ihr Nest finden die Vögel vor allem in Gärten mit altem Obstbaumbestand, dichten heimischen Hecken oder Dornensträuchern. Zeitgleich gehen aber auch die Gärtner unter uns ans Werk, Ordnung in den winterverwilderten Gärten zu schaffen.

Morschen Ästen und Bäumen geht es an den Kragen. Hecken und Dornensträucher werden reichlich beschnitten oder gleich ganz entfernt. Das Anbringen von geeigneten Nistkästen kommt dabei den wohnungssuchenden Vögeln entgegen.

Der Vorteil des anhaltenden Winters: Mit der erschwerten Nahrungsaufnahme verzögert sich das Brutgeschehen bei den Vögeln und es ist jetzt noch Zeit, einen Nistkasten aufzuhängen. "Auch für Meise und Kleiber, den ersten unter den höhlenbrütenden Singvögeln, ist es für eine Nisthilfe noch nicht zu spät", so Eva Karner- Ranner, Singvogelexpertin bei "BirdLife Österreich".

Altbäume sind Nistkästen vorzuziehen

Altbaumbestände sind nicht nur Brätplatze für Vögel, sie bieten auch unzähligen anderen Tieren ein Zuhause, Nahrung und Versteck. Das Umschneiden von vielleicht wenig ertragreichen, aber vogelfreundlichen alten Obstbäumen sollte daher immer gut überlegt werden. Auch in städtischen Grünanlagen und Parks wäre die Erhaltung alter Bäume dem aufwendigen Aufhängen von Nistkästen vorzuziehen. Wer aber das Vogelleben im Siedlungsraum bereichern will und Vogelfamilien gerne aus nächster Nähe beobachtet, der ist mit einem selbst gezimmerten Nistkasten gut beraten.

Beim Nistkastenbau auf das Material achten

Karner- Ranner: "Bringt man gleich verschieden gestaltete Nistkästen an, gibt man neben der konkurrenzstarken Kohlmeise auch anderen Vogelarten wie Gartenrotschwanz, Halsbandschnäpper oder sogar dem seltenen Wendehals eine Chance, ohne einen natürlichen Brutplatz auszukommen."

Beim Nistkastenbau ist zunächst auf das geeignete Material zu achten: Holznistkästen oder Kästen aus Holzbeton sind ideal. Kunststoff, Dachpappe oder Metall dürfen auf keinen Fall verwendet werde, da durch mangelnde Isolierung oder Belüftung lebensbedrohliche Klimaverhältnisse im Nistkasten entstehen.

Den richtigen Platz aussuchen

"Geschlossene Nistkästen werden an Bäumen befestigt, am besten an lichte, aber nicht völlig ungedeckte Stellen - keinesfalls in der prallen Sonne – hängen. Das Einflugloch sollte von der Hauptwindrichtung abgewandt und der Kasten selbst mindestens zwei Meter über dem Boden aufgehängt werden", empfiehlt die "BirdLife"- Expertin.

Auch die Umgebung muss stimmen

Gartenbesitzer leisten mit naturnahen und vogelfreundlich gestalteten Gärten einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz. Gerade das Nebeneinander von Bäumen, Büschen, hohen Stauden und Freiflächen macht Gärten für viele Vogelarten und andere Tiere erst wirklich attraktiv. Ein Vogelrevier besteht daher auch nicht nur aus einem Nistplatz, die Umgebung muss je nach Vogelart die richtigen Strukturen und vor allem ausreichend Nahrung bieten.

"Der Verzicht auf Pestizide und übertriebene Ordnungsliebe bei Heckenrose oder englischem Rasen sind die Voraussetzung für einen insektenreichen und damit vogelreichen Garten", fasst Karner- Ranner die Bedingungen für das persönliche Vogelparadies zusammen.

Eine Broschüre über Nisthilfen und naturnahe Gartengestaltung kann gratis bei "BirdLife" bestellt werden: "Vögel auf Wohnungssuche - Ratgeber von BirdLife Österreich für Nisthilfen", Tel.: 01/523 46 51, office@birdlife.at .

29.03.2013, 14:43
red
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