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04.12.2016 - 07:18
Schlangenexperte Hans Esterbauer mit der Königsnatter
Foto: Polizei

OÖ: Königsnatter in Supermarkt entdeckt

12.08.2015, 08:18
Schock in einem Supermarkt im oberösterreichischen Steyr: In einer Fischvitrine wurde am Montag eine exotische Schlange gefunden. Nach der ersten Aufregung gab es schließlich Entwarnung, es handelte sich um eine ungiftige Königsnatter. Wie das exotische Reptil aus dem zentralamerikanischen Raum allerdings nach Steyr gelangte, das ist rätselhaft.

Die Geschäftsleitung des Steyrer Supermarktes schlug Montagmittag bei der Polizei Alarm, als eine Reinigungskraft in der Tropftasse der Kühlvitrine für Fischprodukte eine Schlange entdeckt hatte. Anfangs war völlig unklar, ob es sich um eine giftige oder eine ungefährliche Art handelt, berichtete der Steyrer Schlangenexperte Hans Esterbauer, der von der Exekutive informiert wurde.

Polizist fing Schlange ein

Noch ehe der Experte zur Fundstelle fahren konnte, traf dort eine Funkstreifenbesatzung ein - einer der Beamten, Revierinspektor Michael P., hat privat Erfahrung mit Schlangen und fing den Exoten mit einem Papiersack fachgerecht ein. "Die Polizisten haben die Schlange dann zu mir gebracht - ich konnte sie als 120 Zentimeter lange Rote Königsnatter identifizieren. Sie ist ungefährlich, sieht der hochgiftigen Korallenotter aber sehr ähnlich", erklärte Experte Esterbauer gegenüber der "Krone". Die "Lampropeltis triangulum" - so der wissenschaftliche Name - wurde ins Steyrer Tierheim gebracht. Dort bleibt sie für die nächsten drei Wochen, falls ein Besitzer Ansprüche erhebt. Dann wird sie in einen Reptilienzoo vermittelt.

Über Abflusssystem in Vitrine gelangt?

Am Dienstag versuchte Esterbauer vor Ort zu klären, wie die Natter aus Übersee überhaupt in die Vitrine des Marktes kommen konnte. "Es ist völlig unklar, wie sie ausgerechnet dorthin gekommen ist. Die Heimat der Königsnatter ist ja von den USA über Zentral- bis zum nördlichen Südamerika. Sie könnte mit einer kürzlich hier eingetroffenen Bananenlieferung aus Honduras eingeschleppt worden sein, aber das halte ich eher für unwahrscheinlich. Denn wie wäre sie dann in die Tropftasse unter der Fischkühlvitrine gekommen? Eher könnte sie entkommen oder ausgesetzt worden und dann durch das Abflusssystem dorthin gekrochen sein."

Verdächtige wurden bisher jedenfalls nicht gefunden. "In Steyr ist nur eine derartige Königsnatter der Behörde gemeldet - hier ergab eine Überprüfung beim Besitzer, dass sich diese gut gesichert in ihrem Terrarium befindet", so der Experte.

12.08.2015, 08:18
Johann Haginger, Kronen Zeitung/red
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