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11.12.2016 - 07:17
Foto: Vier Pfoten

Online- Inserate: Leichtes Spiel für Welpenhändler

29.10.2013, 08:32
Insgesamt 14.600 Klicks und 530 Anfragen auf fingierte Rassewelpen-Inserate innerhalb von nur einem Monat – das ist das schockierende Ergebnis einer gemeinsamen Aktion der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" und dem Online-Anzeigenportal "Willhaben". "Diese Resonanz zeigt uns, dass unseriöse Welpenhändler leider ein sehr leichtes Spiel haben", kommentiert "Vier Pfoten"-Kampagnenmitarbeiterin Indra Kley das Resultat.

Für die Initiative wurden zwölf Anzeigen für Rassewelpen online gestellt, die typische Merkmale (siehe Tipps unten) unseriöser Angebote aufwiesen. Sämtliche Interessenten wurden nach ihrer Anfrage ausführlich zum Thema informiert und darüber aufgeklärt, was beim Kauf eines Welpen unbedingt beachtet werden sollte.

Foto: Vier Pfoten

Ratenzahlung für Billigwelpen

Am meisten nachgefragt wurden Huskies, gefolgt von französischen Bulldoggen, "Mini- Maltesern" und "Mini- Chihuahuas". Indra Kley: "Besonders erschreckend war für uns in diesem Zusammenhang auch, dass beispielsweise Huskies um nur 100 Euro angeboten wurden und trotzdem einige der Interessenten um Zahlung auf Raten gebeten haben, weil sie momentan nicht genügend Geld hatten. Da fragen wir uns natürlich: Wie will jemand, der nicht mal 100 Euro für den Kauf aufbringen kann, für die Ernährung eines Hundes sorgen – von Tierarztkosten oder Steuern ganz zu schweigen?"

"Vier Pfoten" sollen Internetuser aufklären

Auch willhaben.at- Geschäftsführerin Sylvia Dellantonio zeigt sich über die Ergebnisse der Aktion betroffen: "Diese Initiative legt offen, dass viele User die Merkmale fragwürdiger beziehungsweise unseriöser Angebote nicht erkennen und somit unwillentlich unterstützen." willhaben.at wolle illegalen Welpenhändlern auf keinen Fall eine Plattform bieten, daher sei "Vier Pfoten" beauftragt worden, konkrete Sicherheitshinweise für die User zu erarbeiten, die verhindern sollen, dass sie auf unseriöse Angebote hereinfallen.

Auch die Hundebesitzer sind Opfer

"Dies ist der erste gemeinsame Schritt, der beitragen soll, die Nutzer hinsichtlich der Gefahren, die beim Welpenkauf im Internet lauern, zu sensibilisieren. Wir planen mit willhaben.at weitere Maßnahmen, die den Online- Handel mit illegalen Welpen eindämmen sollen", so Indra Kley. "Es ist uns wichtig, die Menschen darüber aufzuklären, dass nicht nur die Tiere, sondern auch sie selbst dabei Opfer sind. Uns erreichen zahllose Meldungen von Geschädigten, deren Hunde schwer krank oder kurz nach dem Kauf verstorben sind", so Indra Kley.

Unseriöse Inserate dem Betreiber melden

Wer ein unseriöses Angebot auf willhaben.at entdeckt, sollte das Inserat über den "Melden"- Button immer auch bei der Online- Plattform direkt anzeigen, damit willhaben.at die Anzeige gründlich überprüfen kann. Interessenten, die sich unbedingt einen Rassehund zulegen möchten, sollten zunächst einmal in Tierheime gehen. Dort sind immer wieder auch Rassehunde zu finden, die auf ein liebevolles Zuhause warten. Ein Vierbeiner vom ÖKV- Züchter kostet je nach Rasse zwischen 600 und 2.000 Euro - hier sollte nicht am falschen Fleck gespart werden.

Online- Portal für Geschädigte

Für Betroffene und Geschädigte des illegalen Welpenhandels haben die "Vier Pfoten" mittlerweile eine eigene Online- Plattform  ins Leben gerufen, um eine Anlaufstelle zu bieten. Neben vielen Informationen und Videos finden Besucher auch ein Tool für betrogene Hundekäufer, die ihre Erfahrungen teilen möchten, und eine Checkliste für Interessenten, worauf bei einem Welpenkauf zu achten ist:

  • Die Übergabe sollte nur beim Anbieter zu Hause stattfinden. Übergaben auf öffentlichen Plätzen oder "Hauszustellung" deuten auf unseriöse Welpenhändler hin.
  • Achten Sie darauf, dass das Muttertier im gleichen Haushalt lebt sowie gesund und munter wirkt.
  • Schauen Sie, ob der Anbieter eine große Anzahl verschiedener Welpen oder Rassen besitzt. In diesem Fall handelt es sich höchstwahrscheinlich um einen Welpenhändler.
  • Die Welpen müssen bei der Übergabe mindestens acht Wochen alt sein.

29.10.2013, 08:32
red
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