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10.12.2016 - 13:35
Foto: thinkstockphotos.de

ÖTV: Nur wenige Wildtiertötungen durch Hunde

03.06.2013, 09:17
In den vergangenen Wochen tauchten in österreichischen Medien immer wieder Schlagzeilen über Hunde auf, die wilderten und Rehe rissen. Derartige Fälle tragen dazu bei, dass sich die Fronten zwischen Jägerschaft und Hundebesitzern weiter verhärten. Der Österreichische Tierschutzverein kritisiert eine fehlende Verhältnismäßigkeit: Die wenigsten Rehe kämen durch Hunde ums Leben.

"35.865 Rehe fielen laut Statistik Austria im Jagdjahr 2011/2012 Verkehrsunfällen zum Opfer. Die Jäger selbst erschossen in diesem Zeitraum sogar 270.000 Rehe. Angesichts solcher Bilanzen sind die Opferzahlen von Hunden geradezu lächerlich", hat Janina Koster vom Österreichischen Tierschutzverein wenig Verständnis für aufgebauschte Berichte.

"Das ist der Lauf der Natur"

"Selbstverständlich ist es tragisch, wenn Hunde zum Beispiel eine trächtige Rehgeiß töten, doch das ist der Lauf der Natur", gibt Koster zu bedenken. "Rehe sind die klassische Beute von Wölfen und Bären. Durch ihren ausgezeichneten Geruchs- und Hörsinn und ihre flinken Beine sind diese Tiere bestens an die Flucht vor Fressfeinden angepasst. Aber manchmal wird eben doch eines erwischt."

Tausende Haustiere werden jährlich erschossen

"Die Jägerschaft nützt die wenigen Vorfälle als Rechtfertigung für den Abschuss meist völlig unschuldiger frei laufender Hunde und Katzen", so der Vorwurf von Koster. Der Abschuss von Haustieren ist nicht meldepflichtig, Haustierbesitzer bangen oft tage- und wochenlang um ihren Vierbeiner, bis Gewissheit besteht.

"Schätzungsweise werden in Österreich jährlich ca. 40.000 Katzen und 3.000 bis 4.000 Hunde wegen angeblichen Wilderns erschossen", kritisiert Koster. Die Zahlen wurden laut Tierschutzverein von einem deutschen Vergleichswert umgerechnet, wo die Jägerschaft eines Bundeslandes freiwillig Angaben über die Zahl der getöteten Haustiere machte.

Hunde keinesfalls streunen und jagen lassen!

Hundebesitzer sollten ihre Vierbeiner natürlich am Streunen hindern und nur verlässlich abrufbare Tiere von der Leine lassen, wenn es in der Gegend Wildbestand gibt. Hunde mit ausgeprägtem Jagdtrieb sind oft nur durch intensives Training vom Jagen abzuhalten. Es empfehlen sich etwa der Besuch einer Hundeschule und die Auslastung durch Fährtenarbeit oder Apportiertraining. Das sieht auch Janine Koster vom Österreichischen Tierschutzverein so: "Denn selbstverständlich gilt unser Mitgefühl auch den Wildtieren."

03.06.2013, 09:17
red
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