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06.12.2016 - 17:40
Foto: Vier Pfoten/Hazir Reka

Neues Leben für drei der traurigsten Bären Europas

29.09.2016, 08:00

Für drei der traurigsten Bären Europas hat eine lange Leidensgeschichte nun ein glückliches Ende genommen: Bier- Bär "Tomi", Ketten- Bär "Pashuk" und Bier- Bärin "Gjina", die unter schlimmsten Haltungsbedingungen neben Restaurants in Albanien vor sich hin vegetierten, wurden am vergangenen Montag von der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" in Zusammenarbeit mit dem albanischen Umweltministerium in den Bärenwald Prishtina im Kosovo gebracht und erkundeten jetzt zum ersten Mal ihr schönes neues Zuhause.

"Alle drei Bären haben den Transport sehr gut überstanden und sind wohlauf", sagt "Vier Pfoten"- Wildtierexperte Thomas Pietsch, der den Transfer begleitete. "Sie haben ihre Innenbox sofort verlassen, sind neugierig durch das Gehege gelaufen und haben in der Sonne frisches Obst gefressen. Von jetzt an wird es ihnen an nichts mehr mangeln."

Großangelegte Rettungsaktion

Am vergangenen Montag narkotisierte und untersuchte ein Team von Tierärzten, Wildtierexperten und Tierpflegern Bier- Bär Tomi und Ketten- Bär Pashuk im Zoo von Tirana. Dort waren die beiden Bären seit Ende August vorübergehend untergebracht, nachdem sie von den "Vier Pfoten" gemeinsam mit dem albanischen Umweltministerium aus schlimmsten Haltungsbedingungen gerettet worden waren. Zeitgleich narkotisierte und untersuchte ein zweites Team Bier- Bärin Gjina in Zerqan, einem Dorf im Osten Albaniens.

Foto: Vier Pfoten/Hazir Reka

Tomi lebte vor seiner Rettung in einem zugemüllten Betonkäfig neben den Toiletten eines Restaurants in Ulza, einem Dorf ca. 75 Kilometer nördlich von Tirana, und musste sich von Brot und Bier ernähren. Er wies massive Verhaltensstörungen auf und hatte Verletzungen am Oberkörper. Pashuk musste jahrelang in einem dunklen Verschlag neben einem Restaurant in Levan im Südwesten Albaniens ausharren. Um seinen Hals trug er eine viel zu enge Eisenkette, die ins Fleisch eingewachsen war. Bei seiner Rettung im August mussten die Tierärzte noch vor Ort die Kette aus seinem Hals herausschneiden und die tiefe Wunde versorgen. Auch Bärin Gjina fristete ein extrem trauriges Dasein auf nur sechs Quadratmetern neben einem Restaurant. Die Besitzerin gab der ausgezehrten Bärin täglich bis zu 20 Flaschen Bier zu trinken, um sie gefügig zu machen.

Die "Krone Tierecke begleitete die "Vier Pfoten" zur Bärenrettung nach Albanien:

Transport in den Bärenwald

In zwei Tierambulanzen brachten die Tierschützer alle drei Bären in den von den "Vier Pfoten" geführten Bärenwald Prishtina  im Kosovo, wo sie zusammen mit 16 ehemals leidenden Restaurant- Bären aus dem Kosovo in großen, naturnahen Freigehegen professionell betreut werden und bis zu ihrem Lebensende ein glückliches Bärenleben führen dürfen.  Gestern konnten die drei albanischen Bären ihre Innenboxen verlassen und die ersten Schritte in ihre Freigehege wagen.

Foto: Vier Pfoten/Hazir Reka

Albanischer Umweltminister will Missstände beenden

Der albanische Umweltminister Lefter Koka zeigt sich sehr erfreut über den gelungenen Transfer der drei Bären: "Es ist wunderbar, dass diese Bären nun ein artgemäßes Zuhause im Bärenwald Prishtina gefunden haben. Wir werden nicht nur alle Bärenhaltungen überprüfen, sondern wir werden auch eine Bären- Auffangstation bauen für die in Gefangenschaft lebenden Braunbären Albaniens. Damit möchten wir diese Missstände, die sich innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte entwickelt haben, beenden. Ich möchte betonten, dass der albanische Tourismus keineswegs davon profitiert, im Gegenteil, wenn Tiere zur Schau gestellt werden, dann schadet das dem Image Albaniens." Minister Koka setzt sich seit Monaten intensiv für den Bau einer Bären- Auffangstation im Mount Nationalpark Mali Dajti in der Nähe von Tirana ein.

Immer noch leiden fast 50 Bären

Zwischen 40 und 50 Bären leiden immer noch in Albanien unter entsetzlichen Bedingungen. Thomas Pietsch: "Auch in diesem Sommer sind wieder mehrere Jungbären, die als Selfie- Bären an der Kette über albanische Strände und touristische Hotspots gezerrt wurden, gesichtet worden. Vielen Menschen ist es gar nicht bewusst, wie sehr sie leiden.  Daher ist es uns ein Anliegen, gemeinsam mit dem albanischen Umweltministerium sowohl die Bärenbesitzer, als auch die albanische Bevölkerung und alle Touristen auf diesen Missstand aufmerksam zu machen und zum Umdenken zu bewegen."

29.09.2016, 08:00
red
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