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10.12.2016 - 21:03
Foto: APA/dpa/Frank Rumpenhorst (Symbobild)

Mann getötet: Zirkuselefant bekommt neues Zuhause

14.06.2015, 13:40
Ein ausgerissener Zirkuselefant hat Samstagfrüh im deutschen Bundesland Baden-Württemberg, wie berichtet, einen 65-jährigen Mann tödlich verletzt. Unter welchen Umständen das ausgewachsene Tier aus seinem Zirkuszelt in Buchen gelangte und warum es den Spaziergänger attackierte, ist auch am Sonntag noch unklar. Fest steht aber nun, dass die Elefantenkuh in einem Serengeti-Park in Niedersachsen ein neues Zuhause bekommt. "Wir können sie in einem Gehege halten", sagte der Geschäftsführer des Parks, der sogar auf Zuchterfolge hofft.

Der ausgewachsene Afrikanische Elefant war am Samstag gegen 5.30 Uhr ausgebüxt und griff dann offenbar am rund 100 Meter entfernten Sportgelände den Mann an. Kurz nach dem Unglück konnte ein Zirkusmitarbeiter das Tier beruhigen und in das Zelt zurückbringen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Der Spaziergänger wurde rund 100 Meter vom Zirkus entfernt tot aufgefunden.
Foto: APA/dpa/Rene Priebe

Tier hat schon mehrere Menschen verletzt

Die 34 Jahre alte Elefantenkuh war nach Angaben der Polizei im Zirkus unter dem Namen "Benjamin" aufgetreten, wird aber auch "Baby" genannt. Die Tierrechtsorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) bezeichnete den Vorfall als "absehbares Unglück", vor dem sie schon seit Jahren gewarnt habe. "Benjamin" habe bereits bei mehreren Unfällen Menschen schwer verletzt. "Das wird jetzt natürlich überprüft", sagte ein Polizeisprecher.

Die Ehefrau des Getöteten sagte der Polizei, ihr Mann sei wie üblich gegen 5 Uhr aufgestanden und spazieren gegangen, um Pfandflaschen und Dosen einzusammeln. Als er nicht zur gewohnten Zeit zurückkehrte, machte sich die 65- Jährige auf die Suche nach ihm. In der Nähe des Zirkusses sah sie mehrere Streifenwagen, dort fand sie dann ihren toten Mann. Der Zirkus gastiert in rund 100 Metern Entfernung vom Fundort der Leiche.

Fremdverschulden wird nicht ausgeschlossen

Die Polizei schloss zunächst Fremdverschulden nicht aus. Ersten Ermittlungen zufolge war das Zelt, in dem das Tier untergebracht war, unbeschädigt. "Der Elefant kann sich nicht selber rauslassen. Also bleibt: Wurde er rausgelassen oder war er nicht richtig eingesperrt?", sagte ein Polizeisprecher. Fraglich bleibe auch, warum das Tier in Rage geriet. Nach dem Unglück hatte ein Mitarbeiter das Tier beruhigt und zurück ins Zirkuszelt gebracht. Der Angriff war von einem Anrainer beobachtet und der Polizei gemeldet worden.

PETA will Anzeige gegen Behörden erstatten

Die Organisation PETA, die ein Verbot von Tieren im Zirkus fordert, kündigte an, Strafanzeigen wegen fahrlässiger Tötung gegen Behörden und Zirkusverantwortliche zu erstatten. "Elefanten und andere Wildtiere werden im Zirkus gequält und misshandelt - das macht sie zu tickenden Zeitbomben", erklärte Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA Deutschland. PETA hatte sich nach eigenen Angaben wegen der Gefährlichkeit des Tieres bereits vor dem tödlichen Vorfall an das Innenministerium, das Umweltministerium, die Regierungspräsidien und zahlreiche Veterinärbehörden in Baden- Württemberg gewandt - mit der Aufforderung, das Tier aus dem Zirkus zu nehmen.

Elefant "gefährlichstes Tier in Menschenhand"

Nach Angaben der kritischen European Elephant Group haben Zirkuselefanten in der westlichen Welt seit 1980 mindestens 53 Menschen getötet und 145 teils schwer verletzt. "Auf jeden getöten Löwendompteur kommen zwei oder drei getötete Elefantentrainer", sagte der Zoologe und Wildtier- Experte Tobias Dornbusch. Aufgrund der recht offenen Haltung und des ständigen Kontakts zu Menschen sei der Elefant das "gefährlichste Tier in Menschenhand".

Zirkusleute sehen das generell anders. "Wenn man dem Tier Vertrauen und Respekt schenkt, gibt es gar keinen Grund, dass es unruhig wird oder verrückt spielt", sagte Max Siemoneit- Barum, der Tierschutzbeauftragte beim Circus Krone.

14.06.2015, 13:40
AG/red
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