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24.06.2017 - 02:42
Sonntag tappte die Luchsin "Jura" auf der Bischofalm in eine Fotofalle.
Foto: Corpo Forestale

Luchsin "Jura" in Kärnten gefangen und untersucht

24.03.2016, 10:01

Es ist eine wissenschaftliche Sensation, die Wildbiologen in den Karnischen Alpen gelungen ist: Erstmals wurde in Kärnten ein Luchs gefangen!

Anja und Paolo Molinari haben es geschafft. Zwei Jahre nach der Auswilderung der Luchse "Jura" und "Alus" in einem italienischen Staatsrevier bei Tarvis, konnte das Wildbiologen- Ehepaar eine der beiden Wildkatzen Montagabend wieder einfangen, um sie erneut zu besendern.

Die erfahrenen Wildbiologen untersuchten den Luchs und legten ihm dann ein Sendehalsband an.
Foto: Corpo Forestale

"Jura" sollte schonend eingefangen werden

Doch der Reihe nach: Der Würmlacher Jäger Stefan Hofer verständigte vergangenes Wochenende den Wildtierexperten: "Der Luchs ist wieder da!" Schon im Oktober war es Hofer geglückt, auf der Gailtaler Bischofalm die Luchsin "Jura" zu beobachten und zu filmen. Montagmittag fuhren die Wildbiologen auf die Alm und stellten dort ihre behördlich genehmigten Fallen auf, um das Tier schonend einzufangen.

Alarm am Sonntagabend

"Ich glaubte erst gar nicht an einen Erfolg, weil das Wildtier, das das Luchsweibchen gerissen hatte, schon fast aufgegessen war", schildert Molinari, ein international anerkannter Wildbiologe, wenn es um europäisches Großraubwild, also Bär, Wolf und Luchs geht. Kurz nach 18 Uhr wurde dann der Alarm ausgelöst. Sofort eilten die Experten, die mit einem Veterinärmediziner und Beamten der Corpo Forestale in der Nähe gewartet hatten, zum Fangort. Und prompt war Luchsin Jura in die Falle getappt.

Luchsdame ist körperlich topfit

Wegen der einzigartigen Fellzeichnung der Luchse können diese übrigens an den Flecken genau identifiziert werden. Jetzt musste jeder Handgriff sitzen. Der Luchs wurde leicht betäubt, um Blutproben nehmen und den Gesundheitszustand feststellen zu können. Nach den Untersuchungen zeigten sich Anja und Paolo überglücklich: "Jura ist in einem körperlich sehr gutem Zustand!"

Jura erhielt ein GPS- Sendehalsband

Und offenbar gut genährt. Denn die "Katze" wiegt stattliche 24 Kilogramm. Für die Wissenschaft - Luchse stehen bei uns kurz vor ihrer Wiederausrottung - sowie das Management und etwaige Erhaltungsmaßnahmen ist eine GPS- Peilung sehr wichtig. Jura erhielt ein Sendehalsband. Molinari: "Dieser Sender behindert das Tier in keiner Weise. Wenn der Akku dann leer ist, löst sich das Band selbst ab." Die Gailtaler Jäger sind vom Luchs- Weibchen schwer begeistert: "Ein wunderschönes Tier. Ich hoffe, dass ich Jura noch öfter bei uns sehen werde, um sie auch mit meiner Kamera zu filmen", verrät Jäger Stefan Hofer. Doch die Chance ist gering, da der Lebensraum eines Luchses sehr groß ist.

24.03.2016, 10:01
Hannes Wallner, Kronen Zeitung/red
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