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03.12.2016 - 09:20
Um im Frühjahr nicht mit Jungen überrascht zu werden, muss man seine Katze kastrieren lassen.
Foto: Vier Pfoten

Katzenjammer bei Bauern: Ärger wegen Kastrationen

05.04.2016, 09:34

Für Riesenaufregung sorgt die Kastrationsverordnung für Katzen, die zwar eigentlich gar nicht so neu ist, aber umformuliert wurde: Seit dem 1. April sind Landwirte dazu verpflichtet, ihre Katzen "in bäuerlicher Haltung" kastrieren zu lassen. Sündern drohen Strafen bis 7500 Euro. Während die Tierschützer jubeln, dass die seit Jahren von ihnen stets geforderte Regelung endlich durchgesetzt worden ist, gehen die Bauern empört auf die Barrikaden.

Selten hat eine neue Verordnung für so viele Diskussionen gesorgt wie die seit dem 1. April geltende Kastrationsverordnung für Katzen. Der Passus, dass Katzen in "bäuerlicher Haltung" von der Kastration ausgenommen wären, wurde in der neuen Regelung gestrichen.

Die Folgen waren abzusehen. So freut sich etwa Pfotenhilfe- Geschäftsführerin Johanna Stadler: "Seit 2005 haben wir gefordert, dass diese Gesetzeslücke geschlossen wird. Jetzt gibt's endlich ein sinnvolles Werkzeug, die Streunerproblematik einzudämmen."

Demgegenüber laufen die Landwirte gegen die Neuregelung Sturm, sagt Fritz Pernkopf, Direktor der oberösterreichischen Landwirtschaftskammer - siehe Interview. Auch seien die angedrohten Geldstrafen (bis 3750 Euro, im Wiederholungsfall bis 7500 Euro) für das Nichtbeachten der Verordnung völlig überzogen.

"Die neue Regelung ist völlig praxisfern"

"Krone": Woher kommt die immens große Ablehnung?
Friedrich Pernkopf: Auf den Höfen ist ein ständiges Kommen und Gehen von Katzen. Wie soll da ein Landwirt genau wissen, ob die Tiere streunen oder zu seinem Bestand gehören. Oder ob etwa die Jungen von seinen oder anderen freilaufenden Katzen stammen.

"Krone": Eine derartige Abgrenzung ist Ihrer Meinung nach also nicht machbar?
Pernkopf: Nein, das geht völlig an der Praxis vorbei. Zudem frage ich mich, wie dieses Gesetz dann eigentlich vollzogen werden soll.

"Krone": Vermutlich spielen auch die Kosten eine Rolle.
Pernkopf: Auf jeden Fall. 70 bis 80 Euro für eine Kastration zu bezahlen, ist nicht unerheblich. Noch dazu, wo diese Verschärfung des Gesetzes unnötig ist

"Krone": Tierschützer haben das aber seit Jahren gefordert.
Pernkopf: Ich weiß. Doch die neue Regelung ist einfach nicht durchführbar und geht eindeutig an der Realität vorbei. Es wäre besser gewesen, wenn man die alte Praxis beibehalten hätte. Das hätte uns viele Sorgen und Proteste erspart.

05.04.2016, 09:34
Johannes Nöbauer, Kronen Zeitung/red
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