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28.03.2017 - 16:50
Foto: thinkstockphotos.de

Hundeausbildung mit Strom immer noch verbreitet

27.10.2011, 10:33
Bereits seit 2005 sind Stromreizgeräte in der Hundeausbildung verboten. So manch unbelehrbarer "Hundetrainer" weicht daher ins Ausland aus. Vor wenigen Wochen erst sprach ein Jäger in einer ORF-Sendung von einer angeblich "lobenden" Anwendung von Strom in der Jagdhundeausbildung - "Vier Pfoten" und der Wiener Tierschutzverein haben umgehend Anzeige erstattet. Traurige Tatsache: Der Mann ist kein Einzelfall.

Vor Kurzem wurde in der ORF- Sendung "Heute in Österreich" ein Beitrag unter dem Titel "Elektroschocker für Jagdhunde" gezeigt. Darin zu sehen: Ein Jäger und "Hundetrainer", der sich vor den Fernsehkameras positiv über Stromhalsbänder äußert und es beim Training mit seinem Hund einsetzt. Der Beitrag schockierte Hundefreunde und ließ die Diskussion um verbotene Hilfsmittel wieder aufflammen. Denn in Österreich ist nicht nur die Anwendung, sondern auch schon der Besitz solcher Elektroschockgeräte verboten, weshalb "Vier Pfoten" und der Wiener Tierschutzverein Anzeige gegen den Jäger erstattet haben.

Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen Einzelfall. In einem Kfz- Betrieb in Donnerskirchen im Burgenland konnte ein Hund von einem Elektroschockgerät befreit werden. Dem 26 Wochen jungen Belgischen Schäfer war die illegale Apparatur um den Hals geschnallt worden, um ihn durch schmerzhafte elektrische Reize davon abzuhalten, vom Firmengelände wegzulaufen. Der herbei gerufene Amtstierarzt zog das Gerät ein.

Die Elektrohalsbänder, die auch unter den Namen Teletakt, Teleimpulsgerät oder Ferntrainer vertrieben werden, geben Stromstöße unterschiedlicher Stärke an den Hund ab. Der Hundeführer kann Zeitpunkt und Stärke des Impulses über eine Fernsteuerung bestimmen. Ähnlich funktionieren sogenannte unsichtbare Zäune (Stromstoß beim Überschreiten einer zuvor definierten Grenze) und Anti- Bell- Trainer (Stromimpuls beim Bellen). Unzählige renomierte Hundeexperten sprechen sich schon seit Jahren gegen Strom als Erziehungsmaßnahme aus.

"Diese Verniedlichung von tierquälerischen Trainingshilfsmitteln muss ein Ende haben. Den Jägern geht es nicht um die tierschutzgerechte Ausbildung ihrer Hunde, sondern darum, dass alles schnell geht und der Hund funktioniert wie eine Maschine", meint Ursula Aigner, "Vier Pfoten"- Hundeexpertin. "Das Verbot von Elektroschockgeräten gilt laut Tierschutzgesetz ausnahmslos auch für die Ausbildung von Jagdhunden."

Auch der bekannte Hundecoach Martin Rütter spricht sich in einer Videobotschaft (siehe Infobox) mit Nachdruck gegen Drill in der Hundeerziehung aus: "Zwischen Erziehung und Drill ist für mich ein riesengroßer Unterschied. Für mich gehört zur Erziehung kein Stachelhalsband, kein Kettenhalsband und erst recht kein Stromreizgerät."

Und Alexander Willer vom Wiener Tierschutzverein ergänzt: "Der Weg der gewaltfreien Hundeerziehung muss weiter ohne Wenn und Aber beschritten werden. Ausnahmeregelungen - und damit Aufweichungen des vom Gesetzgeber aus gutem Grund erlassenen Verbots von Elektroschockern - darf es nicht geben."

27.10.2011, 10:33
AG
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