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02.12.2016 - 21:34
Foto: EGS/Sigrid Frey

Gerettetes Bartgeierbaby von Ammeneltern adoptiert

13.03.2014, 08:37
Noch vor Kurzem galt es als Sorgenkind, doch jetzt entwickelt es sich unter der Obhut seiner neuen Ammeneltern prächtig: Jenes Bartgeierbaby, das die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) vor einigen Tagen von einem tschechischen Zoo übernahm. Seine leiblichen Eltern hatten sich nur um das ältere Geschwisterchen gekümmert und den Nachzügler verstoßen.
Den Betreuern im Zoo war außerdem rasch aufgefallen, dass der Nestling den Kopf nicht heben konnte und ihn seitlich stark verdreht hielt. Bei seiner Ankunft wog der kleine Patient gerade 230 Gramm.

"Da schon am nächsten Tag die Symptome weitgehend abgeklungen waren, der Kopf soweit aufrecht gehalten werden konnte, um ohne Hilfe das Futter von einer Pinzette abnehmen zu können, wurde beschlossen, den Jungvogel schon am nächsten Tag seinen Ammeneltern anzuvertrauen", erzählt Dr. Hans Frey, Leiter der EGS.

Foto: Alex Llopis Dell (Symbolbild)

Tierische Ammeneltern

Kurz danach beobachtete das EGS- Team mit dem Feldstecher, dass das neue Elternpaar den Winzling bereitwillig und fürsorglich annahm und ihn schon unmittelbar nach dem Einsetzen ins Nest wärmte. Auch eine erste Fütterung des Kleinen wurde bestätigt.

Nur ein Junges im Nest überlebt

Bei Bartgeiern gibt es das Problem, dass unter natürlichen Bedingungen immer nur ein Junges überlebt. "Da der Legeabstand zumindest fünf Tage beträgt, besteht ein erheblicher Alters- und Größenunterschied zwischen den Geschwistern, die miteinander recht kriegerisch umgehen. So wird das jüngere Geschwister abgedrängt und stirbt immer an Stress und Unterernährung", erklärt Dr. Frey.

Kunsteier für die Brutstimmung

Diesem Schicksal konnte der kleine Patient in der EGS entgehen. In der Station, die gleichzeitig die Zentrale einer europaweiten Bartgeier- Zuchtkooperation ist, stehen Ammenpaare zur Verfügung, um diese "überzähligen" Jungtiere artgerecht aufziehen zu können. Es handelt sich um "erfahrene" Bartgeier, die mit Kunsteiern in Brutstimmung gebracht werden und danach bereitwillig fremde Nestlinge adoptieren.

Junges soll in die Natur entlassen werden

Zur großen Freude des gesamten EGS- Teams ist das Bartgeierbaby inzwischen bereits sichtlich schwerer und zeigt keinerlei Symptome mehr. Wichtig ist es Dr. Frey nun, dass der Vogel in absehbarer Zeit auch seine Freiheit genießen kann, wie es das Zuchtprogramm vorsieht: "Wir hoffen, dass auch die weitere Aufzucht so gut verläuft wie bisher und unser Pflegling in drei Monaten, begleitet von seinen ehemaligen tschechischen Tierpflegern und uns, in die Natur entlassen werden kann."

13.03.2014, 08:37
red
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