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04.12.2016 - 17:01
Foto: IISE

Forscher küren Top Ten der skurrilsten neuen Arten

21.05.2015, 15:35
Tag für Tag werden auf der Erde neue Arten entdeckt. Darunter auch Tiere und Pflanzen, die selbst Experten in Erstaunen versetzen. Forscher des International Institute for Species Exploration (IISE) der State University of New York haben auch heuer wieder die "Top Ten der bizarrsten Arten", der im vergangenen Jahr entdeckten Arten im Tier- und Pflanzenreich gekürt.

Bei ihrer Auswahl für die Hitliste der Entdeckungen orientiert sich das international besetzte IISE- Team an mehreren Kriterien: Zum einen nominieren sie Spezies, die besonders skurril sind oder sehr bizarre Merkmale aufweisen, zum anderen wollen die Forscher mit dem Ranking auf die bedrohte Biodiversität  aufmerksam machen. Heuer zählen dazu ein Fisch der am Grund des Meeres "Kornkreise" baut, ein lebendgebärender Frosch und ein mysteriöser Tiefseebewohner, der wie ein Pilz aussieht.

Künstlerische Darstellung der Dinosaurier-Art Anzu wyliei
Foto: Carnegie Museum of Natural History, Mark Klingler

"Das Huhn aus der Hölle": Anzu wyliei

Diese neue Art ist eigentlich eine uralte: Die Dinosaurier- Art Anzu wyliei lebte mit Tyrannosaurus rex und Triceratops zusammen, baute Nester, bebrütete Eier, hatte eine Art Schnabel sowie hohle Knochen und soll an Armen und Schwanz Federn gehabt haben. Die flugunfähigen Tiere, deren Fossilien im US- Bundesstaat Dakota gefunden wurden, waren 3,5 Meter lang und bis zu 300 Kilogramm schwer. Spitzname: "Das Huhn aus der Hölle".

Die Korallenart Balanophora coralliformis
Foto: IISE/P. B. Pelser & J. F. Barcelona

Eine "Koralle" am Berghang: Balanophora coralliformis

Diese Pflanze hat lange Äste und eine überirdische Wurzelknolle. Ihr Aussehen erinnert an eine Koralle. Trotz des bizarren Äußeren blieb dem Blick der Forscher lange verborgen. Denn es gibt nur wenige (gezählt wurden etwa 50) und die nur in Höhen zwischen 1.500 und 1.700 Metern an einem Berghang auf der philippinischen Insel Luzon.

Die in Marokko lebende Spinne Cebrennus rechenbergi
Foto: Technische Universität Berlin/Ingo Rechenberg

Eine Spinne als Kunstturnerin: Cebrennus rechenbergi

Diese in Marokko entdeckte Spinne versucht sich bei Gefahr mit Drohgebärden. Gelingt das nicht, flieht sie - und vollbringt akrobatische Sprünge. Das erinnert an Radschlagen oder Flickflacks. Dabei wird die Kunstturnerin doppelt so schnell wie im normalen Laufmodus - fast zwei Meter pro Sekunde. Selbst bergauf funktioniert das. Weil Verstecken in der heißen Wüste schwierig und kräftezehrend ist, dauert die Fluchtphase meist nicht lange. Dann springt Cebrennus rechenbergi ihren Bedroher an.

Der Tiefseebewohner Dendrogramma enigmatica
Foto: APA/dpa/Eurekalert

Mysteriöser Tiefseebewohner: Dendrogramma enigmatica

Das Tier ist gerade einmal einen Zentimeter groß und lebt in 1.000 Meter Tiefe vor der Küste Australiens. Der Winzling, der wie ein Pilz aussieht, stellt die Wissenschaft vor ein Rätsel. Ist Dendrogramma enigmatica verwandt mit Quallen oder Korallen? Oder gehört der geheimnisvolle Tiefseebewohner gar einem neuen Stamm an? Wenige Lebewesen lassen so viele Fragen offen wie dieses.

Die Wespenart Deuteragenia ossarium
Foto: IISE/Michael Staab

Morbide Muttersitten: Deuteragenia ossarium

Die in China entdeckte "Beinhauswespe" baut für ihre Eier kleine Kammern und legt jeweils eine tote Spinne dazu, die den Larven als Nahrung dient. Seltsam ist aber eine Vorkammer, für die die Wespe Ameisen tötet, um sie dort abzulegen. Nahrung kann es nicht sein. Also eine biologische Barriere, um Eindringlinge fernzuhalten? Noch ist das ungeklärt.

Die Froschart Limnonectes larvaepartus
Foto: IISE/Jimmy A. McGuire

Lebendgebärender Frosch: Limnonectes larvaepartus

Froschweibchen legen üblicherweise Laich ab, der von Männchen danach befruchtet werden. Nicht so aber bei Limnonectes larvaepartus. Die Befruchtung findet bei dieser Art im Körper statt und das Weibchen bringt Kaulquappen zur Welt. In einem Fall fand eine Geburt sogar in der Hand eines Forschers statt. Die Tiere sind gerade vier Zentimeter groß und leben auf der indonesischen Insel Sulawesi.

Die Insektenart Phryganistria tamdaoensis
Foto: IISE/Bruno Kneubühler

Tierischer Zweig: Phryganistria tamdaoensis

Bei diesem Aussehen ist es kein Wunder, dass Forscher Phryganistria tamdaoensis trotz der Größe von 25 Zentimetern bisher übersehen haben. Das Tier erinnert eher an einen Zweig und ist perfekt getarnt. So gut, dass es unentdeckt blieb, obwohl es im Tam- Dao- Nationalpark in Nordvietnam lebt, einem Lieblingsziel von Naturforschern.

Die frabenprächtige Schneckenart Phyllodesmium acanthorhinum
Foto: IISE/Robert Bolland

Unbekannte Schöne: Phyllodesmium acanthorhinum

Vielleicht die schönste der neuen Arten lebt im Meer vor Japan und ist gerade 17 bis 28 Millimeter groß: Phyllodesmium acanthorhinum, eine aufregend gefärbte Schnecke in Rot, Blau, Weiß oder sogar Gold. Die neue Art erlaubt auch einen Einblick in die Lebensweise der Seeschnecken - inklusive ihres komplizierten Verdauungssystems.

Die in Mexiko wachsende Pflanze Tillandsia religiosa
Foto: IISE/A. Espejo

Weihnachtsstar: Tillandsia religiosa

In einigen Regionen Mexikos wird eine Pflanze jedes Jahr für den Weihnachtsschmuck genutzt - und trotzdem kannte die Wissenschaft sie nicht. Jetzt heißt sie Tillandsia religiosa. Sie wird 1,50 Meter groß und klebt geradezu auf Felsen - manchmal an senkrechten Wänden. Sie wächst in etwa 2.000 Metern Seehöhe und blüht zwischen Dezember und März.

Die Fischart Torquigener albomaculosus
Foto: IISE/Yoja Okata

Kornkreise im Meer: Torquigener albomaculosus

Auch der Meeresboden hat seine Kornkreise. Runde Formen, etwa zwei Meter breit, haben Wissenschaftler bislang vor ein Rätsel gestellt. Jetzt wissen sie: Eine bislang unbekannte Kugelfischart namens Torquigener albomaculosus ist daran schuld. Die Männchen bauen auf diese Art Nester, um Weibchen zu beeindrucken.  Die hohen Ränder sollen die Eier schützen.

Pro Jahr werden 18.000 neue Arten entdeckt

Nach Angaben der Universität von Arizona teilen sich zurzeit zehn bis zwölf Millionen Arten den Lebensraum Erde, jährlich werden rund neue 18.000 Arten entdeckt. Ziel sei, die fehlenden zehn Millionen bis zum Jahr 2065 zu identifizieren, so die Forscher.

Anlass der Präsentation der "Top Ten der neu entdeckten Arten" waren gleich zwei Daten: zum einen der alljährliche UN- Tag der Artenvielfalt am 22. Mai, zum anderen der Geburtstag von Carl von Linné (1707 bis 1778), dem Erfinder der modernen biologischen Systematik, einen Tag später. Der schwedische Naturwissenschaftler führte Mitte des 18. Jahrhunderts ein System ein, in das alle Pflanzen und Tiere eingeordnet werden konnten, das in vielen Teilen bis heute Bestand hat.

21.05.2015, 15:35
AG/wed
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