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03.12.2016 - 21:05
Foto: Klemens Groh (Symbolbild)

Fast 20.000 Vögel in Ktn zum Abschuss freigegeben

26.02.2016, 08:04

Fast 20.000 Krähen, Raben, Eichelhäher und Elstern dürfen in Kärnten abgeschossen werden. Die Kärntner Landesregierung hat am Dienstag eine Verordnung beschlossen, mit der die Schonzeit verkürzt wird. Gejagt werden darf ab Juli bis zum darauffolgenden März.

Der Bestand dieser Vogelarten, vor allem der Krähen, ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, Landwirte klagen über große Schäden. Jeder Abschuss muss gemeldet werden, die Jägerschaft wird auch überprüfen, ob die Bejagung wirkt und die Schäden tatsächlich geringer werden. Von März bis Juli herrscht aber weiterhin Schonzeit, damit die Vögel ihren Nachwuchs großziehen können. Die Verordnung schützt die Vögel so lange, bis die Jungvögel flügge sind. In die Brutzeit einzugreifen, ist nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie verboten.

"Tiere werden zu Sündenböcken"

"Es ist schlimm, wenn Menschen die wahren Ursachen von Umweltschäden im großen Stil nicht nur nicht mehr ernsthaft zu beseitigen versuchen, sondern sich stattdessen tierische 'Sündenböcke' suchen. In Wien sind es die Tauben, die offenbar an allem schuld sind, in Niederösterreich die Biber und Otter und im Süden Österreichs die Krähen", sagt WTV- Präsidentin Madeleine Petrovic. Die Kärntner Jägerschaft könne laut Petrovic noch so oft beteuern, dass der Abschuss streng geregelt sei, das einzige Resultat das diese Maßnahme bringen werde, sei unfassbares Tierleid.

"Ökologisch gesehen ein 'Schuss ins Knie'"

"Das Ganze ist ökologisch gesehen ein klassischer 'Schuss ins Knie'. Wesentlich sinnvoller als der grausame Abschluss der Krähen ist eine Kombination aus anbautechnischen Maßnahmen mit Vertreibungsmaßnahmen", so Hans Frey, Leiter der von den "Vier Pfoten" geführten Eulen- und Greifvogelstation Haringsee. Allerdings sollten letztere öfters gewechselt werden, da Raben extrem intelligente Tiere sind und sehr schnell herausfinden, ob sie tatsächlich in Gefahr sind oder ob es sich nur um einen "falschen Alarm" handelt.

26.02.2016, 08:04
AG/red
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