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08.12.2016 - 12:54
Foto: BBC Worldwide Ltd/Jeff Wilson

Eisberg versperrte 150.000 Pinguinen den Heimweg

14.02.2016, 10:16

In der Antarktis sind rund 150.000 Pinguine an der Heimkehr gehindert worden, weil ihnen ein riesiger Eisberg den Weg zum Meer versperrte. Der Eisberg mit einer Fläche von rund 100 Quadratkilometern sei bereits 2010 in der Commonwealth- Bucht in der Ostantarktis an Land gestoßen, heißt es in einer Studie. Dadurch sei die Zahl der Pinguine im Dezember von etwa 160.000 auf knapp 10.000 geschrumpft.

Wegen des Eisbergs hätten die Adeliepinguine von ihren Kolonien am Kap Denison und den Mackellar- Inseln mehr als 60 Kilometer laufen müssen, um Nahrung zu finden, schreiben die Forscher vom Forschungszentrum für Klimawandel an der australischen University of New South Wales und dem neuseeländischen West Coast Penguin Trust in ihrer Studie, die nun in der Zeitschrift "Antarctic Science"  veröffentlicht wurde. Adeliepinguine ernähren sich von kleinen Krustentieren und Fischen, sie brauchen deshalb zum Überleben den Zugang zum offenen Wasser.

Im Februar 2010 war der Eisberg B09B gegen die Mertz- Gletscherzunge, eine 160 Kilometer lange Halbinsel aus schwimmendem Eis an der Küste der Ostantarktis, gekracht. Durch den Zusammenprall brach die Gletscherzunge ab und verwandelte sich so in einen neuen Eisberg - von der Größe Luxemburgs.

Pinguinkolonie könnte in 20 Jahren ganz verschwunden sein

Sollte der Eisberg nicht wieder von der Küste losbrechen oder das Eis in der Bucht aufbrechen, könnte die Kolonie laut den Forschern in 20 Jahren ganz verschwunden sein. Bei einer Expedition im Dezember 2013 fanden die Wissenschaftler Hunderte aufgegebene Eier sowie die gefrorenen Kadaver von Pinguinküken aus dem Jahr zuvor. "Wir haben zahlreiche tote Vögel am Boden gesehen. Es war herzzerreißend", sagte Expeditonsleiter Chris Turney dem "Sydney Morning Herald".

Gegenüber dem Webportal IFL.com, das von einer "Pinguin- Apokalypse" schrieb, zeichnete Turney ein dramatisches Bild der Lage. Den Zustand der verbliebenen Tiere, die teilweise zu brüten aufgehört hätten, beschrieb er als "schlecht". "Sie können kaum selbst überleben, geschweige denn die nächste Generation ausbrüten."

14.02.2016, 10:16
AG/red
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