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24.03.2017 - 03:51
Foto: Kronen Zeitung

Ein artgerechtes Zuhause für 80 Käuze, Rehe & Co.

20.11.2013, 09:56
Im Süden des Burgenlands findet sich ein einzigartiges Tierschutzprojekt: Am Naturwinkel Saufuss in Minihof-Liebau wird Nutztieren und verwaisten oder verletzten Wildtieren eine artgerechte Heimat gegeben. Betreut werden Käuze, Rehe, Ziegen, Meerschweinchen und Co. von Rudi Pilz junior und seiner Familie.

Ein idyllisches Fleckchen Erde findet sich am südlichen Zipfel des Burgenlands. Hier, inmitten des stillen Kornwegs, am Waldrand von Minihof- Liebau, liegt der Naturwinkel Saufuss. Seit dem Jahr 2002 gibt es das Tierschutzprojekt, das von Rudi Pilz junior initiiert wurde. Gemeinsam mit seiner Familie – Rudi senior, Hilde, Gerti und seinen Söhnen Stefan (9) und Niki (13) – ist er unentgeltlich für die Betreuung der Tiere verantwortlich.

Foto: Josef Lang

80 Tiere werden versorgt

"Unsere Anlage beherbergt derzeit rund 80 Tiere – darunter Wildtiere wie Eulen und Rehe sowie verschiedene Nutztiere, von Kühen über Ziegen bis hin zu Meerschweinchen. Es gibt nur noch vereinzelt traditionelle Bauernhöfe mit Tierbestand. Mit dem Projekt soll die südburgenländische Identität bewahrt werden", erklärt Pilz, der im "Brotberuf" als Polizist arbeitet.

Kampf gegen das Artensterben

"Außerdem betreut unser Team verletzte oder verwaiste Wildtiere, die wieder an ihrem Fundort ausgewildert werden und so für unsere Naturparkregion nicht verloren sind. Und wir haben hier auch die Möglichkeit, bedrohte oder bereits ausgestorbene Tiere wie Uhus, Schleiereulen, Käuze, oder Rebhühner nachzuzüchten, um sie dann in ihrem gewohnten Lebensraum wieder anzusiedeln. Dadurch soll ein weiteres Aussterben von bedrohten Populationen im Naturpark Raab verhindert werden", so Pilz.

Ein Tierschutzprojekt, nicht nur für Tiere

Rund 75 freiwillige Helfer aus allen Berufsschichten bauten die Anlage im Sommer 2002 in zehn Monaten auf – allesamt unentgeltlich. Finanziert wurde und wird das einzigartige Projekt von der Gemeinde Minihof- Liebau, dem Brauchtumsverein der "Kramerbergler Waldteufel" sowie mit Tierpatenschaften. "Die Futter- und Tierarztkosten werden von tierliebenden Familien und Firmen getragen. Mit den Patenschaftsgeldern in Höhe von 70 bis 150 Euro und durch diverse Veranstaltungen werden die jährlich laufenden Kosten großteils abgedeckt", erzählt Pilz.

Unterstützer dringend erforderlich

"Ohne Unterstützung der Gemeindepolitik, der Ortsbevölkerung und verständnisvollen Nachbarn wäre das alles nicht möglich. Auch unsere örtliche Tierärztin Claudia Fartek übernimmt die Beratung und Versorgung der aufgefundenen Tiere großteils gratis." Der Ankauf von Weideflächen und der Bau einer weiteren Auffangvoliere im Naturwinkel Saufuss sind die nächsten Ziele von Rudi Pilz und Co. "Mit dem Tierschutzprojekt hoffen wir, ein schönes Plätzchen im Naturpark Raab geschaffen zu haben – für Jung und Alt, für Einheimische und Gäste und natürlich für unsere Tiere."

20.11.2013, 09:56
Melanie Leitner, Kronen Zeitung/red
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