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06.12.2016 - 06:45
Foto: dpa/Christian Kolb (Symbolbild)

"Die Leinenpflicht auf Almen ist ein Problem"

30.07.2014, 09:09
Nach der tödlichen Kuh-Attacke auf eine deutsche Wanderin im Stubai - krone.at berichtete - diskutiert das ganze Land, wie solche Angriffe in Zukunft verhindert werden können. Die Kammer der Landwirte will einen Leitfaden fürs Wandern mit Hunden herausgeben. Ein Suchhundeführer meint, die Leinenpflicht auf Almen gehöre gelockert.

Josef Hechenberger, Präsident der Tiroler Landwirtschaftskammer , zeigte sich geschockt über den Vorfall am Montag im Pinnistal (siehe Infobox). "Wir müssen jetzt gemeinsam mit Experten einen Leitfaden für das Wandern mit Hunden auf Almen in Angriff nehmen", erklärte Hechenberger: "Wichtig ist Aufklärung."

Foto: thinkstockphotos.de

"Die Kuh hält den Hund für einen Wolf"

Ein paar Grundregeln gelte es einzuhalten: "Nicht mitten durch die Herde hindurchgehen, lieber im Fall einen Umweg machen, mit Selbstbewusstsein und lauter Stimme auftreten und im Fall mit einem Stock Angriffe abwehren." Ob der Hund angeleint werden soll oder nicht, hänge vom Einzelfall ab. "Die Kuh hält den Hund für einen Wolf. Wenn zusätzlich ihr Kalb in der Nähe ist, entwickelt sie einen extremen Mutterinstinkt. Das liegt in ihrer Natur."

Herde will meist ihre Kälber beschützen

Manfred Prantl, Lawinen- und Suchhundeführer der Tiroler Bergrettung , ist vor zwei Jahren bei einer Wanderung im Pitztal mit Hund "Gamba" Ähnliches passiert: "Wir konnten uns nach massiven Angriffen durch das Vieh nur durch einen Sprung in einen Gebirgsbach retten." Die Reaktion der Herde sei ein natürliches Verhalten der Mutterkühe gewesen, zum Schutz der Kälber gegen den Hund.

Forderung nach Abschaffung der Leinenpflicht

"Trotzdem sollten ab sofort alle Schilder bei Almen mit Mutterkuhhaltung entfernt werden, auf denen man aufgefordert wird, Hunde an der Leine zu führen. Weiters sollte dezidiert auf die Mutterkuhhaltung und die daraus folgenden Probleme hingewiesen werden. Ein frei laufender Hund kann den Attacken der Kühe problemlos ausweichen, und der Hundebesitzer ist definitv kein Ziel der Angriffe", so Prantl.

Hunde müssen "selbstverständlich" gut erzogen sein

Gefordert seien natürlich auch die Hundebesitzer. "Eine entsprechende Ausbildung des Hundes im Bereich der Unterordnung, auch ohne Leine, muss selbstverständlich sein, um ein Attackieren oder Treiben der Kühe durch den Hund zu verhindern", schließt Lawinen- und Suchhundeführer Prantl.

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Philipp Neuner, Kronen Zeitung/red
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