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11.12.2016 - 02:53
Foto: thinkstockphotos.de, Futterambulanz

Die "Futterambulanz" berät rund um die Ernährung

21.03.2014, 08:20
Trockenfutter, Nassfutter oder rohes Fleisch - welche Ernährung ist die beste für meinen Hund, wie berechne ich die korrekte Menge und welche Anzeichen deuten auf einen Nährstoffmangel hin? Immer mehr Tierbesitzer sind verunsichert, denn das Angebot an Futtersorten ist groß. Dr. Stefanie Handl ist als Fachtierärztin für Ernährung und Diätetik tätig und berät in der von ihr gegründeten "Futterambulanz" Heimtierhalter zum Thema Fütterung. krone.at traf die Expertin zum Interview.

krone.at: Was ist die "Futterambulanz" genau? Was hat Sie dazu bewogen, den Service zu gründen?
Stefanie Handl: Dabei handelt es sich um eine Ernährungs- und Diätberatung für Heimtiere. Die Besitzer können mich kontaktieren und ich berate dann am Telefon oder persönlich, auch in Zusammenarbeit mit Tierarztpraxen. Die Ernährung ist ein Thema, das die Besitzer immer mehr interessiert, zu dem man auch im Internet sehr viele Informationen findet, die nicht immer stimmen. Die meisten Tierhalter geben sich heute nicht mehr mit einem beliebigen Futter aus dem Supermarkt zufrieden, sondern haben detailliertere Fragen.

krone.at: Wie läuft so eine Beratung genau ab?
Handl: Zuerst schildert mir der Tierbesitzer einmal ausführlich das Problem und ich brauche natürlich auch alle Daten zum Vierbeiner, wie Rasse, Alter, Geschlecht und so weiter. Ganz wichtig sind die Informationen zur aktuellen Fütterung und, wenn vorhanden, auch medizinische Befunde vom Tierarzt. Dann schau' ich mir diese Fütterung an und gleiche sie mit dem wissenschaftlich bekannten Nährstoffbedarf ab. Abschließend erstelle ich unter Berücksichtigung des Problems einen optimierten Fütterungsplan.

krone.at: Was sind denn die häufigsten Fehler, die Hundehalter bei der Fütterung ihrer Tiere machen?
Handl: Übergewicht ist natürlich ein großes Problem, also zu viel Futter - und meistens liegt es daran, dass den Hunden die Futtermenge laut Verpackungsangabe gegeben wird, der Besitzer zusätzlich aber auch noch jede Menge Leckerlis füttert. Man gibt vielleicht was vom Teller, man gibt was zum Training, die Kinder geben was, der Besuch gibt was, und das wird einfach total unterschätzt. Das zweite große Problem: Derzeit ist es sehr populär, das Futter selbst zuzubereiten, und da besteht immer die Gefahr, dass Nährstoffinbalancen da sind. Wenn das nicht richtig zusammengestellt ist, droht eine Über- oder Unterversorgung.

krone.at: Gemeint ist wahrscheinlich der Trend zu "B.A.R.F.", also rohem Fleisch und Gemüse?
Handl: Genau - wenn man Fleisch, Gemüse und Zusätze nicht ausgewogen füttert, kann sich das auf Dauer relativ drastisch auf die Gesundheit des Tieres auswirken.

krone.at: Woran würde man Ernährungsfehler denn erkennen, gibt es typische Anzeichen?
Handl: Bei Energiemangel oder -überversorgung ist es klar, dass der Hund ab- oder zunimmt. Relativ schnell auswirken kann sich zum Beispiel Kalziummangel, die Tiere haben dann Schmerzen und lahmen und neigen zu Knochenbrüchen. Mattigkeit, Anfälligkeit für Infektionen, stumpfes Fell, schuppige Haut können auf Fehler bei der Fütterung hindeuten - es sind aber relativ unspezifische Symptome, hinter denen man meistens nicht sofort einen Nährstoffmangel vermutet.

krone.at: Zu welcher Fütterung würden sie unerfahrenen Welpenkäufern raten?
Handl: Prinzipiell haben die verschiedenen Formen alle ihre Vor- und Nachteile. Nährstoffbedarf, Vorlieben und Verträglichkeit können individuell sehr unterschiedlich sein. Dazu kommen auch noch die Umstände des Besitzers, also wie viel Zeit hat er, und der Preis spielt auch eine Rolle. Wichtig ist, dass der Hund mit allen Nährstoffen optimal versorgt wird. Und von der Gesundheit her ist es wirklich egal, ob das Tier Trocken- , Feucht- oder selbst zusammengestelltes Futter frisst. Wichtig ist, dass der Hund es verträgt und es ihm schmeckt.

krone.at: Was sagen Sie den Kritikern, die behaupten, Fertigfutter sei eigentlich nur Müll? Viele Hundebesitzer sind verunsichert.
Handl: Das stimmt einfach nicht. Es gibt strenge gesetzliche Richtlinien in der EU, die genau festlegen, was im Futter drin sein darf und was nicht. Es darf nicht gesundheitlich schädlich sein, und die Hersteller halten sich auch daran. In Europa gab es eigentlich auch nie einen Skandal in dieser Richtung. Ich kann verstehen, dass die Tierbesitzer verunsichert sind, aber Fertigfutter ist sicher nicht schädlich.

krone.at: Vor allem unter Tierschützern und Tierrechtlern finden sich immer mehr Hundehalter, die ihre Vierbeiner vegetarisch oder vegan ernähren. Was sagen Sie zu diesem Trend?
Handl: Grundsätzlich haben Hunde einen Bedarf an Nährstoffen, die nur in tierischen Produkten enthalten sind. Ich kann einen erwachsenen Hund vegetarisch ernähren, wenn ich Eier und Milchprodukte einsetze. Für Welpen oder trächtige Hündinnen würde ich es allerdings nicht empfehlen. Bei veganer Fütterung müsste man die fehlenden Nährstoffe als Supplemente ersetzen, das ist aber sehr komplex und kann schnell danebengehen. Von veganer Ernährung für den Hund würde ich also komplett abraten.

krone.at: Man hört auch immer öfter von Futtermittelallergien.
Handl: Prinzipiell werden Allergien auch bei Vierbeinern immer häufiger gefunden. Aber nicht jede unerwünschte Reaktion auf ein Futter – wie Durchfall oder Juckreiz – ist gleich eine Allergie. Vielleicht ist einfach dieses Futter für diesen Hund einfach nicht das richtige. Es ist durchaus normal, dass nicht jeder Hund jedes Futter verträgt und man unter Umständen mehrere ausprobieren muss. Auch Erkrankungen und Parasiten, die solche Symptome verursachen, müssen ausgeschlossen werden. Die einzige Möglichkeit, eine Futtermittelallergie zu diagnostizieren, ist eine Ausschlussdiät.

krone.at: Machen die unzähligen Futtersorten wirklich Sinn? Etwa Produkte für Riesenrassen oder eigenes Futter für Wohnungskatzen?
Handl: Es macht zum Beispiel sehr wohl Sinn, dass die Kroketten für Riesenrassen größer sind als die Futterstücke für kleine Hunde. Auch spezielle Nährstoffe, etwa für Rassen, die zu Gelenkserkrankungen neigen, können durchaus hilfreich sein. Freigänger und Wohnungskatzen haben einen unterschiedlichen Energiebedarf, und damit die Futtermenge gleich bleiben kann, wird hier einfach die Energiedichte variiert. Die Konsumenten haben aber generell gerne eine Auswahl und das Gefühl, dass für ihr Tier ein maßgeschneidertes Futter verfügbar ist.

krone.at: Die meisten Hunde bekommen Leckerlis. Mit welchen Belohnungshappen kann ich meinem Tier etwas Gutes tun?
Handl: Prinzipiell ist das Hauptrisiko, mit zu vielen Leckerlis Übergewicht zu verursachen. Die meisten getrockneten Produkte sind zudem sehr schwer verdaulich, etwa getrockneter Pansen, Schlund oder Lunge. Man kann aber Obst- und Gemüsestückchen als Leckerli füttern, gekochte Nudeln, alles was frisch und wasserhältig ist. Davon kann man dann auch etwas mehr geben, und die Gefahr von Übergewicht ist wesentlich geringer.

Kontakt zu Dr. Stefanie Handl und weitere Informationen finden Sie auf www.futterambulanz.at .

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