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19.08.2017 - 08:03
Foto: Polizei Lohr

Der Facebook- Handel mit Straßenhunden blüht

25.02.2014, 08:42
Eingepfercht in kleine Käfige, völlig entkräftet durch die tagelange Reise quer durch Europa - Polizisten in Deutschland trauten ihren Augen kaum, als sie den Laderaum eines bulgarischen Kleintransporters öffneten und ihnen 21 Hunde mit traurigen Augen entgegenblickten. Die angeblich von der Straße geretteten Tiere waren auf Facebook gehandelt und verkauft worden.

"Bitte rette mich. Ich bin ein Straßenhund aus Bulgarien und dem Tode geweiht. Wenn ich kein Zuhause finde, werde ich eingeschläfert": Gepaart mit einem herzzerreißenden Foto wird auf unzähligen Facebook- Seiten derzeit kräftig an die Gutmütigkeit von Tierfreunden in Europa appelliert. Lediglich die Transportkosten (meist um die 100 Euro) seien zu erstatten, geliefert werde bis vor die Haustür.

Hunde eigens "gezüchtet"

Doch die Polizei warnt - denn oft stecken hinter den vermeintlichen Tierschützern dreiste Betrügerbanden. "Kriminelle haben die Straßenhunde- Problematik als Geschäft entdeckt. Sie 'züchten' Hunde und geben diese dann als Tiere von der Straße aus. Auch angeblich durchgeführte Impfungen sind meist nicht vorhanden oder unwirksam. Abgesehen vom Tollwut- Risiko, das in den Ländern wie Bulgarien oder Rumänien besteht", so ein Ermittler zur "Krone".

Unwürdige Transportbedingungen

Eine dieser Facebook- Hundelieferungen fing die Polizei jüngst in Deutschland, bei Lohr, ab: Insgesamt 21 angebliche Straßenhunde aus Bulgarien wurden in Sofia in kleine Käfige gepfercht und über Ungarn und Österreich zwei Tage lang durch halb Europa gekarrt. Ermittlungen laufen!

Auf seriöse Organisationen zurückgreifen

Für seriöse Tierschutzorganisationen, die sich tatsächlich mit der Rettung von Streunerhunden aus Osteuropa befassen, bedeuten die Gaunereien eine große Gefahr für die Glaubwürdigkeit. "Echte Hilferufe werden dann auf Facebook nicht mehr ernst genommen", so eine Tierschützerin. Seriöse Vermittlungen erkennen Sie daran, dass sie durch einen eingetragenen Verein durchgeführt werden. Für die Hunde wird für gewöhnlich eine Schutzgebühr von 200 bis 300 Euro verlangt, zusätzlich wird ein sogenannter Schutzvertrag geschlossen.

25.02.2014, 08:42
Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung/red
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