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10.12.2016 - 23:59
Foto: WTV/Stefanie Hummer

Deformiertes Gebiss: Kaninchen "Roberto" gerettet

17.08.2016, 08:54

Am Wochenende wurde im Wiener Tierschutzverein (WTV) ein völlig verwahrlostes Kaninchen notversorgt. Das Tier wurde von einem aufmerksamen Passanten im Bezirk Gänserndorf entdeckt, bei der Untersuchung bot sich ein dramatisches Bild: Die Schneidezähne des ausgewachsenen Männchens glichen eher Elefantenstoßzähnen, als einem normalen Gebiss.

Die Zähne waren derart lang und deformiert, dass sie bis über den Kopf des Tieres hinausragten und es sein Maul fast nicht mehr öffnen konnte. Auch ein Ball aus Fell und Schmutzresten hatte sich bereits daran angesammelt. Das restliche Gebiss des Tieres war in einem ebenso schlechten Zustand. Zudem war das Kaninchen stark mit Kot verklebt und abgemagert.

Komplette Zahnsanierung rettete "Roberto"

Roberto, wie der tierische Patient mittlerweile getauft wurde, wurde umgehend in Narkose gelegt und behandelt. Der Veterinär nahm eine komplette Zahnsanierung vor, bei der die überlangen Zähne gekürzt und das Gebiss geraspelt wurde, um dem Tier wieder eine normale Nahrungsaufnahme zu ermöglichen. Außerdem wurde eine intensive Fell- und Krallenpflege durchgeführt.

Die Schneidezähne des ausgewachsenen Kaninchenmännchens glichen eher Elefantenstoßzähnen.
Foto: WTV/Stefanie Hummer

Kaninchen- Zähne müssen gepflegt werden

Eigentlich sind lange Schneidezähne bei Kaninchen nichts Ungewöhnliches. Es handelt sich um einen Gendefekt, der keinerlei Einschränkungen verursacht - sofern die Zähne regelmäßig gekürzt und gepflegt werden. Auch eine Fütterung mit ausreichend Heu ist hilfreich, da sich dadurch die Zähne von selbst etwas abschleifen. Ein regelmäßiger Gang zum Tierarzt ist aber dennoch Pflicht. Denn unbehandelt entstehen für Kaninchen dadurch unnötige Qualen, da eine normale Nahrungsaufnahme nur schwer möglich ist.

Das Kaninchen war stark mit Kot verklebt und abgemagert.
Foto: WTV/Stefanie Hummer

"Unmenschliche Grausamkeit"

Roberto hatte Glück im Unglück, doch ohne professionelle Hilfe wäre er höchstwahrscheinlich verhungert. Mittlerweile ist der Kaninchenmann im Kleintierhaus des WTV untergebracht, hat bereits wieder einen gesegneten Appetit und zeigt sich schon von seiner quirligen Seite. "Es ist keine Schande, um Hilfe zu bitten, wenn man mit einem Haustier überfordert ist. Ein Tier aber derart verwahrlosen zu lassen, ist Tierquälerei und aufs Schärfste zu verurteilen. Es dann auch noch seinem Schicksal zu überlassen, ist eine unmenschliche Grausamkeit", sagt WTV- Präsidentin Madeleine Petrovic.

17.08.2016, 08:54
red
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