Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
09.12.2016 - 12:50
Foto: thinkstockphotos.de

"Beschädigtes Objekt: Ein Hund"

03.10.2011, 09:00
Vor wenigen Tagen ging eine Tierpflegerin des Wiener Tierschutzhauses mit ihrem Hund "Nero" auf der Wiener Donauinsel spazieren. Der gutmütige Golden Retriever lief an der langen Leine, plötzlich war sein Kopf blutüberströmt. Der Hund hatte den Kübel eines Anglers angeschnuppert, worauf dieser ein Messer zog und Nero oberhalb des Auges eine tiefe Schnittwunde zufügte. Nach einem kurzen Wortgemenge suchte der Mann das Weite. In der von der Polizei aufgenommenen Anzeige steht lapidar: "Beschädigtes Objekt: Ein Hund."

Dr. Madeleine Petrovic, Präsidentin des Wiener Tierschutzvereins: "Wir reden hier von keinem Einzelfall. Gewalt gegen Tiere nimmt in unserer Gesellschaft zu. In Parks findet man immer öfter Giftköder; eine Katze wurde mit einem Loch ins Wiener Tierschutzhaus eingeliefert - von einem Besenstiel durchbohrt; auch Schwäne mit Flügelverletzungen durch Stein- oder Paddelschläge sind keine Seltenheit, und Tauben gelten für viele ohnehin als Freiwild."

"Auf meinem Schreibtisch steht ein ganzer Ordner mit Anzeigen, die der Wiener Tierschutzverein wegen Tierquälerei eingebracht hat. Meist werden diese Anzeigen von den Bezirksbehörden oder der Staatsanwaltschaft in Rekordzeit eingestellt, auch wenn es ganz konkrete Hinweise auf die Täterschaft gibt", sagt Petrovic. "Es war ja 'nur' ein Hund, 'nur' eine Katze, 'nur' eine Taube, 'nur' ein 'beschädigtes Objekt'. Diese Nur- Nur- Nur- Mentalität muss sich aufhören. Kavaliersdelikte gibt es dem Gesetz nach nicht. Im Gegenteil: §222 StGB beschreibt Tierquälerei klar als strafrechtlich zu ahndendes Verbrechen. Verurteilungen nach diesem Paragraphen geschehen aber äußerst selten. Warum, frage ich mich", so Petrovic.

"Von der Tierquälerei zur Gewalt am Menschen ist oft nur ein kleiner Schritt. Der Vollzug des Tierschutzgesetzes bzw. die Anwendung von Strafrechtsbestimmungen gegen Tierquäler dienen daher der Gewaltprävention im Allgemeinen. Hierbei sind alle gefordert: Polizei, Staatsanwälte, Richter, Politik."

03.10.2011, 09:00
AG
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum