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04.12.2016 - 01:09
Muss "Borches" auf behördliche Anordnung sterben, nur weil er alt ist?
Foto: privat

Berliner Veterinäramt wehrt sich: "Borches leidet"

16.10.2014, 09:49
Im Streit um den 17-jährigen Hund "Borches" aus Berlin, dessen Einschläferung vom Veterinäramt gegen den Willen der Besitzerin angeordnet worden war, melden sich nun auch die Beamten zu Wort. Der Rüde habe keineswegs nur harmlose Alterserscheinungen, sondern leide und werde von seiner Halterin vernachlässigt.

Hundehalterin Elena Kasianova, die Borches als kleinen Welpen in Russland gerettet hatte, kämpft nach der Anzeige eines Nachbarn um das Leben ihres Hundes. Denn die Amtstierärzte kamen bei einer Kontrolle zu dem Schluss, dass ihr Rüde leide und eingeschläfert werden müsse. "Stimmt nicht, er ist einfach nur alt", wehrt sich Kasianova. Sie geht nun mit ihrem Anwalt gegen den Beschluss vor. Das Veterinäramt musste sich nach Bekanntwerden der Geschichte viel Kritik gefallen lassen.

Amt: Hund war völlig teilnahmslos

Laut Kasianova sollen die Amtstierärzte bei der Kontrolle Borches' Gesundheitszustand zu Unrecht kritisiert haben - es sei ganz normal, dass ein 17 Jahre alter Hund nicht sofort auf die Beine komme. In der Stellungnahme des Veterinäramtes liest sich das dann so: Der Hund habe "flach auf dem Bauch, mit dem Gesicht zur Wand in einer Ecke" gelegen, sei matt und teilnahmslos. Nach dem Aufstehen sei Borches wieder umgefallen. Die Amtstierärzte attestierten dem Mischling zudem Untergewicht und eine starke Zahnfleischentzündung.

Vorwurf: Hundehalterin stellt Dinge falsch dar

Die Darstellung der Hundehalterin, der Hund solle wegen seines hohen Alters eingeschläfert werden, sei falsch, so das Veterinäramt in seiner Stellungnahme. Stattdessen sollen bereits zwei praktische Tierärzte die Forderung nach Euthanasie unterstützt haben - das Handeln von Elena Kasianova sei unverantwortlich, da sie ihren Vierbeiner leiden lasse. Borches bekomme auch keine intensive Betreuung, da er täglich mehrere Stunden lang sich selbst überlassen werde, so der Vorwurf des Amtes. Das sei bei einem solch hilfsbedürftigen Hund nicht tragbar.

Besitzerin: "Mein Hund leidet nicht"

Elena Kasianova bleibt bei ihrer Version: "Mein Hund leidet nicht. Er geht jeden Tag zwei Stunden spazieren, dafür gibt es Zeugen. Er frisst gern und bekommt Medikamente von seiner Tierärztin, er hat keine Schmerzen." Ein Gericht bestätigte mittlerweile die behördliche Anordnung, Borches einem weiteren Amtstierarzt vorzustellen - gegen diesen Beschluss legte Kasianova beim Oberverwaltungsgericht Einspruch ein. "Ich freue mich über jede fachliche und finanzielle Unterstützung dabei", so die Hundehalterin.

Sie möchten Elena Kasianova bei ihrem Kampf gegen den Beschluss der Berliner Veterinärbehörde unterstützen? Alle Informationen finden Sie HIER .

16.10.2014, 09:49
red
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