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08.12.2016 - 09:34
Foto: Florian Fuchs

Bärenbaby 'Nastias' Weg ins 'Vier Pfoten'- Paradies

22.03.2013, 15:35
Tierschutz ist in der Ukraine kaum ein Thema. Doch für ein kleines Bärenmädchen gab es ein Happy End. Möglich gemacht haben dies die "Vier Pfoten" und die mitfühlenden "Krone Tierecke"-Leser, die dafür 10.000 Euro spendeten. Endlich kann "Nastia" leben und spielen, wie es für Bärenkinder üblich ist. Mutter "Masha" soll ihr eines Tages ins Bärenparadies folgen, hoffen die Tierschützer.

Ankunft in der Freiheit. Die Lage ist angespannt. Es ist der von so vielen Mitarbeitern und Unterstützern der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" erwartete Moment – die Ankunft von Nastia im neuen Gehege in Zhytomyrska, 159 Kilometer westlich von Kiew. Wird sie sich im neuen Lebensraum zurechtfinden? Was fängt sie mit dem noch nie da gewesenen Freiraum an?

Tausende Menschen verfolgen den Umzug

Der Transportkäfig wird in das große Gehege getragen. Über eine Seilwinde wird die Käfigtür geöffnet. Stille. Die Augen zahlreicher freiwilliger Helfer, Dutzende Kameras und Tausende gespannte Zuschauer vor den Computern via Live- Stream verfolgen die ersten Schritte des kleinen Fellknäuels. Und es sind ungewohnte Schritte für die junge Bärin, denn bisher lebte sie auf Beton, altem Holz und modrigem Stroh.

Nastia kann zum ersten Mal richtig toben

Lediglich zehn Quadratmeter groß war ihr Auslauf im Zoo von Luzk. Nun tritt sie das erste Mal auf natürlichen Boden. Vorsichtig, behutsam setzt sie ihre Schritte. Ihre Tatzen spüren die weiche, feuchte Erde. Sie sieht Bäume zum Klettern und einen Teich zum Baden. Und – das erste Mal in ihrem jungen Leben – läuft sie. Nastia dreht ihre Runden im neuen Zuhause, beschnuppert die bereitgelegten Früchte und das frische Stroh. Langsam scheint auch der Teich ihr Interesse zu wecken, was angesichts ihrer früheren Wasserstelle – einem 70- Zentimeter- Trog – absolut nachvollziehbar ist.

Die kleine Bärin ist angekommen

Man spürt ihre Anspannung. Sie ist aufgeregt, und wie aufgezogen flitzt sie auf dem Gelände herum. Und dann tut Nastia das, was alle Bären lieben: Sie springt mit einem riesen Satz in den großen Teich und ist das erste Mal in ihrem Bärenleben komplett von Wasser umgeben. Der Genuss und die Freude darüber sind ihr anzusehen. Auf einer Erhöhung im Wasser schlägt sie die Tatzen übereinander, als wolle sie sagen: "Jetzt bin ich angekommen, das ist jetzt meins!"

Helfer und Tierschützer sind erleichtert

Die Erleichterung aller Beteiligten, ihrer Retter, ist fast greifbar. Die Bärenexperten der "Vier Pfoten" haben alles perfekt durchdacht! Drei separate Gehege ermöglichen weiteren Bären getrennt voneinander eine artgerechte Unterkunft. Denn Bären sind Einzelgänger und müssen behutsam aneinander gewöhnt werden.

Mutter Masha soll folgen

Auch Masha, Nastias Mutter, soll eines Tages im "Vier Pfoten"- Bärenparadies glücklich werden. Doch ein Wiedersehen der beiden liegt noch in weiter Ferne. Denn Masha ist wie ihre Tochter nur ein Geldbeschaffungsmittel für die korrupten Tierhändler in der Ukraine. Wie viele andere Muttertiere wird auch Masha als Gebärmaschine missbraucht und muss den starken Trennungsschmerz von ihren Jungen fast jährlich durchleben – so auch bei Nastia.

Brutal wurde das damals erst vier Monate alte Bärenmädchen ihrer Mutter entrissen und sein kleiner Körper in eine winzige Box gezwängt. Eine Videoaufzeichnung der brutalen Szenen – man konnte Nastias verzweifelte Schreie nach ihrer Mutter hören – ging um die Welt und löste eine Welle der Empörung aus.

Leidensweg der Bären nahm kein Ende

Doch Hilfe war unterwegs: Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" kümmert sich um tragische Fälle wie diese. Tierarzt und Projektleiter Amir Khalil schaffte das, was in der Ukraine kaum jemand für möglich hielt. Nastia wurde aus den Fängen der brutalen Tierhändler befreit und zurück zu ihrer Mutter Masha in den Zoo von Luzk gebracht. Doch der Leidensweg des Tierbabys wollte kein Ende nehmen! Seine Mutter nahm es nicht wieder an. Dazu kamen die lebenswidrigen Umstände im Zoo von Luzk: ein Zehn- Quadratmeter- Gehege, minimale Sicherheitsvorkehrungen, die falsche Ernährung.

"Vier Pfoten" schufen ein Bärenparadies

"Von Anfang an war klar, dass die Bären dort wegmüssen. Unter solchen Umständen soll kein Lebewesen sein Dasein fristen müssen", so Khalil. Dank der "Vier Pfoten" entstand ein Bärenparadies. Da in Gefangenschaft aufgewachsene Bären nicht mehr in die Wildnis entlassen werden können, musste ein neuer, artgerechter Wohnraum für das kleine, verzweifelte Fellbündel gefunden werden. Die Lösung: das 10.000 Quadratmeter große Gelände in der Region Zhytomyrska.

"Krone"- Leser halfen mit ihren Spenden

Ein wahres Bärenparadies entstand. Mit Kletterbäumen, mehreren Wasserstellen, überdachten Schlafmöglichkeiten und genug zu fressen. Ende letzen Jahres konnte Nastia dank der aufopfernden Hilfe der "Vier Pfoten" und der großzügigen Spenden der "Krone"- Leser ihr neues Heim beziehen. Seit vier Monaten lebt die junge Bärin in ihrem neuen, wunderbaren Zuhause.

Nastia darf endlich glücklich sein

Mittlerweile ist sie dem Babyalter entwachsen und zu einem recht stattlichen "Bären- Teenager" herangereift. Das Schönste: Sie verhält sich so, als hätte sie das furchtbare Leid, die Schmerzen nie erlebt! Sie tollt im Wasser herum, hüpft hinein und plätschert vergnügt darin. Eine Wippe, die für sie aufgebaut wurde, hat sie kurzerhand zerlegt und "umgebaut". Ja, auch Bärenmädchen haben ihre ganz eigenen Vorstellungen. Es ist leicht erkennbar: Dieser Bär ist jetzt glücklich! Nun bleibt zu hoffen, dass auch für Mutter Masha und die weiteren 80 Bären, die in der Ukraine unter widrigsten Bedingungen dahinvegetieren, die Menschlichkeit gegenüber Tieren obsiegt.

In der Infobox finden Sie eine Diashow mit Bildern von Nastias Umzug.

22.03.2013, 15:35
Florian Fuchs und Maggie Entenfellner, Kronen Zeitung/red
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