Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
19.08.2017 - 01:22
Foto: thinkstockphotos.de

Anzahl der Versuchstiere 2014 weiter gestiegen

02.07.2015, 09:36
Ein Blick auf die am Mittwoch veröffentlichte Tierversuchsstatistik des Wissenschaftsministeriums zeigt: Die Anzahl benutzter Versuchstiere stieg wie in den Vorjahren weiterhin an. Fast 50 Prozent davon mussten "mittleres oder schweres Leid" erdulden. Tierschützer fordern erneut einen strengeren Kriterienkatalog.

Tierversuche würden "nur der Heilung von Menschen" dienen und seien "absolut unabdingbar", behauptet die Tierversuchsindustrie. Abgesehen davon würden immer mehr Alternativen entwickelt und alles sei bestens kontrolliert. Die Statistik spricht eine andere Sprache", kritisiert Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) . Laut dem Dokument handelt es sich bei 47 Prozent der Tierversuche um Grundlagenforschung, darunter fallen auch jene an genetisch veränderten Tieren.

Fast ein Drittel der Versuchstiere genetisch verändert

Während im Jahr 2013 28,5 Prozent aller Versuchstiere genetisch verändert waren, waren es 2014 bereits 38 Prozent. Zur angewandten Forschung zählen lediglich 22,9 Prozent der Tierversuche, fünf Prozent davon zur Veterinärmedizin, also ohne jeden Bezug zu menschlichen Krankheiten. "Und 22 Prozent der Tierversuche dienten der Verträglichkeitsprüfung von neuen Chemikalien bzw. der Qualitätsprüfung von entwickelten Stoffen. Gleichzeitig wurde das Zentrum für Ersatz- und Ergänzungsmethoden zu Tierversuchen in Linz finanziell ausgetrocknet", fasst Balluch zusammen.

"Mittleres oder schweres Leid" für 40,5% der Tiere

Besonders schrecklich für viele Tierfreunde ist die Bewertung des Leides, das die Tiere erdulden mussten. Diese wird von den Wissenschaftlern selbst vorgenommen. Balluch: "40,5 Prozent der Versuchstiere mussten mittleres oder schweres Leid erdulden – nach den Angaben der Tierexperimentatoren selbst, die vermutlich desensibilisiert sind und das den Tieren zugefügte Leid systematisch unterschätzen." Unter den 209.183 eingesetzten Versuchstieren waren laut Statistik des Ministeriums 3.589 Schweine, 8.176 Kaninchen und 2.127 Hühner. "Seit 1999, dem Minimum mit 130.295 Tieren, steigen die Versuchstierzahlen unaufhörlich an. Und das, obwohl die Tierversuchsindustrie ständig von ihrer '3- R'- Strategie schwärmt, zu der die Reduktion der Tieranzahl gehört", ärgert sich Balluch, selbst Mitglied der Tierversuchskommission.

Balluch: "Brauchen strengeren Kriterienkatalog"

"Die Tierversuchspraxis in Österreich ist ein Albtraum für die Versuchstiere. Die Anzahl der Versuche steigt von Jahr zu Jahr, immer mehr Tiere werden gentechnisch verändert, die Hälfte der Versuche dient nur der Neugier und hat mit der Entwicklung von Heilmethoden für Menschen überhaupt nichts mehr zu tun. Was wir brauchen ist ein strenger Kriterienkatalog, der jeden beantragten Tierversuch einer Schaden- Nutzen- Abwägung unterzieht und keinesfalls mehr Tierversuche zulässt. Es sollten nur solche Versuche können zugelassen werden, die eine Verbesserung der Lebensqualität von Mensch und Tier bringen. Darunter fallen aber die allermeisten der heutigen Tierversuche längst nicht mehr", schließt der VGT- Obmann.

02.07.2015, 09:36
red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Meistgelesen
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum