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10.12.2016 - 22:19
Foto: Mirjam Harmtodt

Speisekarten in China werden einheitlich korrigiert

20.06.2008, 12:55
Schon im Herbst 2007 sind aus China die ersten Berichte über Speisekarten in teils abenteuerlicher englischer Übersetzung erschienen. "Gedämpfter Mist", "Jungfrau-Huhn" und "Bohnen-Topfen gemacht von Frau mit Pocken" sollte es dafür die ausländischen Gäste bei den Olympischen Spielen zu bestellen geben. Umgehend kündigte das Tourismusbüro von Peking damals an, den Restaurantbesitzern verständliche Übersetzungen zu liefern. Doch nichts passierte. Jetzt, wenige Wochen vor den Spielen, greift die Regierung durch und hat gleich ein ganzes Buch mit Übersetzungen und Anweisungen erstellt.

Chinesische Speisen zu übersetzen, ist teilweise gar nicht so einfach, da die blumigen Namen oft keinerlei Hinweise auf Zutaten beinhalten. Auch weigern sich viele Köche, die kunstvollen Namen der Speisen bloß auf Ingredienzen zu reduzieren.

"Kung Pao" geht etwa auf eine Legende zurück, wonach das Gericht erstmals für einen kaiserlichen Beamten gekocht wurde. Da das Ausländern bei der Menüwahl nicht gerade weiterhilft, übersetzten viele Gastronomen dann einfach frei nach Google den historischen Hintergrund, das Aussehen der Speise oder manchmal auch nur ihren Zubereitung - was völlig schief ging.

Statt "Tempel explodiert den Hühnerwürfel" soll jetzt schlicht "Kung Pao chicken" auf der Speisekarte stehen, was dem Gast zumindest etwas Aufschluss gibt. Aus "husband and wife's lung slice" ("Lungenbraten von Ehemann und Ehefrau") wird jetzt schlicht "beef tripe in chili sauce" ("Rindskutteln in Chili- Sauce"). Unter den Chinesen sorgt das für Unmut, da sie durch die "Chinglish"- Übersetzungen - die Mischung aus chinesischen Originalnamen mit englischsprachigem Hinweis auf die Zutat - einen Eingriff in ihre kulturellen Traditionen orten.

"Gedämpfter Mist"

Weitere Highlights der alten Übersetzungen: "steamed crap" ("Gedämpfter Mist"), "virgin chicken" ("Jungfrau- Hendl") oder "Verbrannte Löwenköpfe". Letzteres beschreibt übrigens chinesische Knödel mit Schweinefleisch, der "crap" war ein Krapfen, das jungfräuliche Huhn schlicht ein junges Hendl. Mahlzeit!

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